Ayahuasca – Ein Trip zu den Geistern deiner Selbst! – Eintauchen in ein altes Amazonas Ritual oder neue Modedroge?

Ayahuasca Amazonas Schamanen Rital Peru

Ayahuasca – Eine Trance zum Einswerden mit dir selbst – deiner Vergangenheit, deiner Krafttiere, deiner Geister und der Natur?
Ein Weg zur Selbstfindung oder nur ein Fauliger Zauber mit der „Liane der Geister“?

Genau das will ich für mich herausfinden. Ayahuasca ist vermutlich das wichtigste schamanistische Werkzeug im Amazonas.   Die Amazonas-Indianer nehmen  Ayahuasca in rituellen Zeremonien zu sich, um in einen sehr tiefen Trance-Zustand zu gelangen.

Je nachdem wohin sie in diesem Trance Zustand reisen wollen, erreichen sie ihre Geister und Ahnen, können in die Zukunft oder in ihre früheren Leben blicken, können sich mit ihren Krafttieren verbinden für mehr Selbsterkenntnis, Heilung für sich selbst, neue Heilmethoden, Heilkräuter oder die Kraft finden und stärken, andere zu heilen.

Wer mich kennt, weiss dass ich das faszinierend finde und so etwas nicht widerstehen kann 😀  Zu groß ist meine Neugier meine Grenzen zu überschreiten und mich mit etwas verbinden zu können, das ein Teil von mir ist, den ich so jedoch noch nie erreichen konnte.

Im Rahmen meines Regenwald Abenteuers in Peru  „Abenteuer Amazonas Dschungel – Entdeckungstour für alle Wagemutigen & Unerschrockenen!“ empfiehlt uns unser Guide, dem ich sehr vertraue, dieses Ritual mit dem Schamanen seines Dorfes inmitten des Amazonas Dschungels durchzuführen.

Wir treffen den Schamanen in seinem Dorf. Er erklärt uns das Ritual und Wilder übersetzt. Englisch spricht der Schamane nicht. Er führt uns durch seinen Kräutergarten und erzählt uns welche Pflanzen er benutzt, um welche Krankheiten zu heilen. Fotos sollen wir nicht machen, da der Schamane befürchtet, das diese fremdartigen Apparaturen die Heilkräfte der Pflanzen und ihren Spirit nachteilig beeinflussen könnten.

Für das Ritual wird ein halluzinogener Sud aus Pflanzen hergestellt mit Lianen, Blätter von Kaffeesträuchern und irgendwelcher Wurzeln. Inmitten seines riesigen natürlich gewachsenen Kräutergartens gibt es so etwas wie einen Altar. Es ist ein heiliger, hochenergetischer Platz. Hier wird die Zutaten für den Ayahuasca Sud 32 Stunden eingekocht zu einer dicken braunen Flüssigkeit. Schon das Sammeln der Zutaten und die Zubereitung des Suds sind ein Ritual für sich.

Das Ritual wird am nächsten Abend in unserer Lodge stattfinden. Ab jetzt gibt es keinen Alkohol und kein Sex mehr 🙂 und ab morgen früh kein Essen mehr, kein Kaffee, Tee und nur noch Wasser am Tag des Rituals. Der Schamane gibt Wilder ein paar Blätter mit, die wir am nächsten Morgen als Tee zubereitet bekommen.

Ayahuasca Amazonas Schamanen Rital Peru

Der Weg zur Trance ist faulig-bitter & rauchig!

Wir treffen uns in einer leeren Lodge unseres Camps. Der Schamane bringt die tief-braune Flüssigkeit in einer alten Plastik-Cola-Flasche mit. Wir sitzen jeder auf einer Matratze auf dem Boden. Wilder ist mit dabei und übersetzt wieder, alles was noch zu sagen ist.

Neben uns Plastikeimer, weil die meisten bei diesem Ritual wohl Erbrechen und Durchfall bekommen. Toiletten sind um die Ecke. Das war mir so nicht klar und beunruhigt mich leicht. Weil Erbrechen tatsächlich für mich persönlich zu den schrecklichen Erfahrungen gehört (da ticke ich vermutlich sehr viel anders als die meisten).

Ayahuasca stammt aus der indigenen Sprache Quechua und bedeutet übersetzt „Liane der Geister/Toten“ oder „Ranke der Seelen„.

Der Ayahuasca Sud selbst stinkt fürchterlich – faulig, vergoren, unendlich bitter. Wer einmal zu sehr daran riecht, will ihn nicht mehr trinken. Selbst der Schamane empfiehlt alles (ca. 2-3 große Schnapsgläser an Inhalt) in einem großen Schluck trinken, übersetzt uns Wilder, weil garantiert niemand ein zweites Mal diese Flüssigkeit zu sich nehmen wird. Mir wird noch ein bisschen mulmiger.

Die Zeremonie beginnt mit einem vor sich hin murmelnden Sprechgesang und einem rhythmisch dazu geschlagenen Büschel von Blättern, den „chapada„. Es hört sich an, wie eine Mischung von Rassel und dem Geräusch, das der Wind den mächtigen Baumkronen des Urwaldes entlockt, wenn er sie bewegt.

Dann zündet er sich eine Zigarette an und bläst den Rauch über unsere Köpfe dazu singt der Schamane weiter seinen Gesang. Er setzt sich wieder und raschelt mit Blätterbüschel zu seinen Gesang. Dann wird uns dichter Rauch direkt in Gesicht geblasen. In der nächsten Runde sollen wir selbst einige Züge der Zigarette tief einatmen. Für mich als Nichtraucher nicht gerade trance-unterstützend 🙂

Den ganzen Tag nichts gegessen und jetzt sitze ich in dichtem Zigarettenqualm. Mir wird ziemlich schlecht. Der Rauch in der Ayahuasca Zeremonie hat allerdings eine reinigende Wirkung  und soll damit den Weg freimachen, die positive Energie und die guten Geister auf- und annehmen zu können.

Wir bekommen den Sud in einer abgeschnittenen Coca-Cola-Flasche dargereicht, die ein Glas ersetzt und wohl noch nie frisches Wasser gesehen hat. Der Geruch ist stinkend-stechend. Ich stoppe meine Atmung und trinke. Ich muss zweimal schlucken und beim zweiten Mal würgt es mich entsetzlich. Ich versuche mich zu beruhigen und ruhig und tief zu atmen. Mein Magen krampft. Einfach weiter Atmen und an alles Schöne denken, das gleich kommen wird. Ich habe Mühe nicht aufzuspringen und alles wieder auszuspucken.

Der Schamane setzt sich wieder gegenüber von uns hin. Wilder murmelt mir ins Ohr, dass ich mich auch hinlegen kann. Das mache ich und mein Magen scheint sich allmählich zu entkrampfen und der Würgereiz wird weniger.

 

 

Neugierde & Entdeckungstour zu den Geistern meiner Selbst und „Allem Was Ist“

Über den Grossteil der Zeremonie hinweg singt unser Schamane – „icaros“ – machtvolle Sprechgesänge,  um die guten Geister einzuladen. Dazwischen pfeift er sanft im gleichen Rhythmus wie die Lieder. Zusammen mit dem Rascheln der Blätterzweige ist dies schon eine Trance für sich.

Der Sprechgesang, das Rascheln der Blätter und das Pfeifen werden zu einer Einheit in der ich mich unendlich geborgen und willkommen fühle. Sie werden irgendwie nicht unbedingt lauter, aber immer klarer und intensiver. Ich tauche ein, in diesen größten Dschungel, voller Leben und voller Grün. Alles ist eine Art allumfassendes Bewusstsein. Das einzige was ich in einer sehr konkreten Form wahrnehme ist mein Krafttier. Es steht da, als würde es mich auf dieser Reise beschützen. Mein Krafttier zeigt mir Wege und Einsichten auf, leitet mich, versorgt mich mit positiver Energie und hilft mir alles aufnehmen und „begreifen“ zu können. Es ist da, wenn ich kurz aufschrecke in der diesseitigen Welt und führt mich sanft wieder zurück.

Immer eingebettet in das Rascheln der Gräser und dem murmelnden Sprechgesang, der nach und nach dem leisen Pfeifen vollständig weicht.

Es wird für mich gefühlt eine Reise, die alles zusammenfügt, was all meine vergangene und meine jetzige Seele an positiver Erfahrung je gemacht haben. Es ist ein absolutes Losgelöst-Sein von Raum und Zeit und ein so überwältigendes, sanftes, ruhiges Glücksgefühl, wie es nur von einer anderen Bewusstseinsebene kommen kann.

Nach ungefähr 5 oder 6 Stunden – der Gesang, das Pfeifen und das Blätterrascheln haben irgendwann aufgehört – komme ich ganz sanft und friedlich zurück in das Hier und Jetzt.

 

 

Ayahuasca Amazonas Schamanen Rital Peru

Das Danach

Wir sitzen noch etwas zusammen ohne zu sprechen, um wieder völlig in dieser Realität anzukommen. Irgendwann verabschiedet sich der Schamane und wir gehen zurück zu unserer Lodge.

Als ich aus dem räucherigen Raum in die immer noch feucht-warme Wand von Regenwaldluft trete, wird mir das Hier und Jetzt ganz unfreundlich bewusst. Mein Magen verkrampft sich mehr denn je. Krämpfe, die immer heftiger werden. Ich fühle mich schwach und versuche über die Stege so schnell wie möglich zurück zu unserer Lodge zu kommen. Mir wird schlecht. In unserer Lodge angekommen, erleide ich den unwiderstehlichen Drang mein ganzes Innerstes nach außen zu stülpen. Ich verbringe den Rest der Nacht mit Schüttelfrost und Schweissausbrüchen auf der Toilette.

Statt an der Vogelbesichtigungstour teilzunehmen am frühen Morgen lege ich mich ins Bett und versuche zu schlafen. Gegen Mittag stehe ich auf. Es geht mir wieder bestens. Ich fühle mich befreit und die positive Energie aus dem Ritual bleibt gegenwärtig. Viele Gedankenfetzen dieser Nacht tauchen immer wieder in meinem Leben auf. Die Energien sind da, abrufbar, nie mehr in derselben Intensität, aber tun mir weiterhin gut. Manchmal schmunzele ich und freue mich über all die wundervollen Erfahrungen, die ich schon machen durfte und all die Erfahrungen, die da draußen noch auf mich warten.

 

 

Mein Fazit:

Ich finde es gut für mich, dass ich diese Reise zu mir selbst gewagt und gemacht habe.

Würde ich dieses Ritual wiederholen? „Sag niemals nie“ 🙂 Die Trance selbst fand ich einzigartig positiv, wunderschön, losgelöst von allem und gleichzeitig verbunden mit allem: mit der Natur, meinen Träumen & Wünschen, mit meinem Krafttier, mit meiner alten Seelen, meiner Vergangenheit und Zukunft. Losgelöst von jeder Zeit und jedem Raumgefühl.

Das Räucherritual, der Ayahuasca Sud selbst und dieser Drang meines Körpers alles loswerden zu wollen, was in ihm steckt, war ebenfalls das heftigste, was ich in dieser Art je erlebt habe. Die physische Entleerung des Körpers soll allerdings auch mit der Müll-Entleerung des Geistes einhergehen.

An einer solchen Zeremonie teilzunehmen, bedeutet für mich jemandem sehr stark zu vertrauen. Ich kannte den Schamanen nur von einem kurzen Gespräch. Vertrauen hatte ich zu Wilder, weil ein so begeisterter Mensch wie er immer mein Vertrauen besitzt.

Inzwischen ist Ayahuasca auch in Europa populär geworden. In Österreich sind die Rituale mit dem halluzinogenen Sud erlaubt. Wie immer werden auch viele selbsternannte Schamanen hier – wie inzwischen auch im Dschungel – mit diesem Trend schnelles Geld verdienen wollen. Für mich selbst kommt dieses Ritual nur dort in Frage, wo es auch herkommt, verbunden für mich mit dem Respekt für das kulturelle Erbe (Ayahuasca hat in Peru den Status eines nationalen Kulturerbes) und schamanistischer Traditionen.

Der Gebrauch Ayahuasca ist im amazonischen Brasilien, Bolivien, Peru, im Orinocodelta von Venezuela bis an die Pazifikküste von Kolumbien und Ecuador verbreitet.

Würde ich es dir weiterempfehlen? Ich möchte dir in diesem Artikel einen Teil meines Ayahuasca-Erlebnisses schildern. Wie dir schon beim Lesen auffällt, ist dies eine sehr persönliche Erfahrung, die du evtl. ganz anders mit anderen Worten beschrieben hättest. Du kannst von meiner Erfahrung nicht auf deine Erfahrung schließen. Generell würde ich ein solches Ritual nur spirituell offenen Menschen empfehlen 🙂

 

Wichtiger Hinweis:

Ich bin absoluter Laie! Ich erhebe keinen Anspruch auf die für alle korrekte Wiedergabe des Rituals. Alles Geschriebene hier stammt aus meiner Erfahrung, meiner Erinnerung und dem Wunsch meiner Spiritualität näher zu kommen.

Wie bei allen anderen Psychedelika, wozu Ayahuasca zu zählen ist, kann man die Erfahrung nicht vorhersehen. Die meisten Menschen berichten von sehr positiven Erlebnissen, einem Gefühl wie neu geboren zu sein, es gibt aber auch das Gegenteil.

Wie bei allen Bewusstseinsveränderungen werden deine Empfindungen verschärft und eventuell stark intensiviert. Daher würde ich ein solches Ritual überhaupt nur empfehlen, wenn es dir emotional gut geht.

Es wurden auch schon phänomenale Heilprozesse mit Ayahuasca angestossen. Persönlich gilt für mich „der Glaube versetzt Berge„. Ayahuasca kann vielleicht helfen, dich mit deinen positiven Energien nachhaltiger zu verbinden und dein Bewusstsein zu schärfen – es ist aber nie eine heilende Medizin selbst – in meiner Welt.

Wenn du mehr zu diesem Thema lesen möchtest, kann ich dir z.B.  Ayahuasca Info empfehlen.

 

Wenn du nach einem überwältigenden, nur wunderschönen und ebenfalls spirituellen Erlebnis ohne jede Nebenwirkungen suchst, empfehle ich dir diesen Artikel von mir:  „45 Minuten mit einem Walhai schnorcheln – Von Aufregung, Begeisterung & tiefer Trance !?“ Unendlich faszinierend!

 

Und wer einfach weiter in das Abenteuer Dschungel will, klickt einfach auf diesen Link: „Abenteuer Amazonas Dschungel – Entdeckungstour für alle Wagemutigen & Unerschrockenen!

 

Hast du solche oder ähnliche Rituale schon erlebt oder ähnliche Erfahrungen bereits gemacht? Schreibe es mir bitte in die Kommentare, das interessiert mich sehr!

 

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2 Comments on “Ayahuasca – Ein Trip zu den Geistern deiner Selbst! – Eintauchen in ein altes Amazonas Ritual oder neue Modedroge?

  1. Hallo Petra, ich kann nur immer wieder staunen über deine Erlebnisse,
    aber diesen Sud hätte ich sicher nicht trinken können.

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