Bungle Bungle Range – Purnululu National Park: Grandiose Felsen & Farben

Bungle Bungle Range & Purnululu National Park - Kimberley - Western Australia

Weltweit bekannt gemacht haben den Purnululu National Park seine singuläre, gestreifte, kegelförmigen Bungle Bungles & die engen feurig, tiefrot leuchtenden Schluchten und schattigen Oasen mit Palmen, die sich auf leichten Wanderungen entdecken lassen.

Die faszinierenden Felsformationen der Bungle Bungle Ranges liegen inmitten des südlichen Kimberley Outbacks in Western Australia. Lange Zeit unentdeckt gehört der Purnululu National Park heute zu den Highlight der Kimberley.

Entdecken und erspüren lassen sich die farbenfrohen Schluchten und bizarren, schönen, orange-grauen Felskegel auf leichten, heißen Wanderungen.

Schon als ich das erste Mal Fotos von dem Purnululu National Park oder einfacher auch Bungle Bungle gesehen hatte, wußte ich, dass ich mir diese unbedingt ansehen wollte, am liebsten sogar aus der Luft. Mein Bungle Bungle & Cockburn Ranges Scenic Flight von Kununurra aus, habe ich mir schon in Derby mit offenen Datum reservieren lassen.

Bungle Bungle Range gesehen von oben - Kingfisher Scenic Flight - Western Australia

Aber warum sich für nur eine Option entscheiden? Als ich von Halls Creek auf den Great Northern Highway fahre, entscheide ich mich spontan 110 km später auf dem Bungle Bungle Caravan Park zu stoppen und nachzufragen, ob ich kurzfristig ein Platz auf ihrer Bungle Bungle Expeditions Tagestour teilnehmen kann.

 

Bungle Bungle Caravan Park

Für den nächsten Tag ist die Tagestour schon ausgebucht, aber ich habe Glück und kann den übernächsten Tag mitfahren, weil gerade eine Gruppe abgesagt hat und jede Menge Platz freigeworben ist.

Zu Fuß bzw. ohne 4WD gibt es im Bungle Bungle Caravan Park nicht viel zu entdecken. Kurze Spaziergänge und das reicht dann auch schon, denn selbst im Juli, im australischen Winter, ist es hier gerade sengend heiß und in der Sonne nicht auszuhalten.

Bungle Bungle Caravan Park - Kimberley - Western Australia

Ich setze mich unter das riesige offene Zelt, stecke meine Füße in einen Eimer mit kaltem Wasser (das nicht lange kalt bleibt) und lese ein Buch. Einen Pool gibt es hier leider nicht. Verständlich und trotzdem schade. 😎

Der Purnululu National Park ist ausschließlich Allrad-Fahrzeugen vorenthalten. Wer trotzdem zumindest einen Hauch von den Bungle Bungles zu Fuß erleben möchte, kann z.B. einem Tagesausflug zu dieser lustig aussehenden Gebirgskette machen. Die Bungle Bungle Expeditions starten direkt vom Bungle Bungle Caravan Park und sind damit dem Purnululu National Park am nächsten gelegen.

 

Die Fahrt durch den Purnululu National Park zum Visitor Centre

Die Bungle Bungle Expeditions Tagestour startet am frühen Morgen um 7 Uhr. Alle Teilnehmer sind schon flitze-gespannt. Obwohl das Purnululu Visitor Centre nur gut 50 km entfernt ist, benötigen wir mit unserem Allrad-Bus mehr als 1,5 Stunden und das nicht, weil unser Guide und Busfahrer nicht alles gibt, sondern weil die Piste teilweise in einem sehr schlechtem Zustand ist.

Bungle Bungle National Park - Piste & Landschaft auf dem Weg zum Visitor Centre - Kimberley - Western Australia

Der Weg in den National Park führt vorbei an rotbraunen Hügeln und dem typischen Outback Büschelgras- oder Spinifex-Landschaften.

Es geht durch mehrere Creeks und vorbei an einigen Quellen, die immer noch Wasser enthalten und zum Teil gut einen halben Meter tief und voller großer Gesteinsbrocken sind.

Im Visitor Centre des Purnululu kann man sich dann die Karten für den National Park abholen und sich gute Tipps geben lassen.

Purnululu National Park - Map - Kimberley - Western Australia

Die Bungle Bungle Range ist für den Besucher in einen südlichen Teil mit dem Highlight Piccaninny Creek und einen nördlichen Teil mit der faszinierenden Echidna Chasm als feurig rotes Schluchten-Highlight eingeteilt.

Es tut mir weh, wenn ich sehe, was es alles sonst noch zu entdecken gibt in der Bungle Bungle Range, wir dies aber auf diesem Tagesausflug mangels Zeit nicht zu sehen bekommen. Der Purnululu Nationalpark ist locker gut für 3 Tage!

 

Bungle Bungle Südteil: Piccaninny Creek & die typisch bunt gestreiften Sandstein-Kegel

Das, was die meisten sich unter den Bungle Bungles vorstellen, sind diese typischen orange-braun gestreiften, augenfälligen Bienenkorb oder Kuppel ähnlichen Sandstein-Formationen.

Tatsächlich sieht so nicht die ganze Bungle Bungle Gebirgskette aus, sondern diese Strukturen kommen nur im südlichen Teil der Bungle Bungles vor.

Bungle Bungles - Zufahrt zum Piccaninny Parkplatz - Kimberley, Western Australia

Vom Visitor Centre sind es 27 km zum Piccaninny Parkplatz. Bereits nach knapp 2/3 der zurückgelegten Piste sind die ersten Ausläufer dieser bunten Sandstein-Formationen zu sehen. Und genau das bedeutet „Purnululu“ in der Sprache des hier ansäßigen Kija-Stammes, nämlich „Sandstein“.

Je näher wir der Ostseite der Bungle Bungle Range kommen, desto eindrucksvoller werden diese pittoresken, lustig anzusehenden, abgerundeten Sandstein-Formationen. Zauberschön!

Fahrt zum Piccaninny Parkplatz - Purnululu National Park - Kimberley, Western Australia

Die überwältigend schöne Bungle Bungle Range gehört natürlich zum UNESCO Weltnaturerbe und blieb der Außenwelt als ein gut gehütetes Geheimnis bis 1983 verborgen. Heute sind die orange-schwarz gestreiften Felsdome aus Sandstein eine der beliebtesten Attraktionen der Kimberley-Region.

Endlich angekommen, bin ich schon von den ersten Eindrücken völlig überwältigt! Leider wird uns mitgeteilt, dass wir hier nur 2 Stunden Zeit haben. Wir können in diesem Zeitfenster den Piccaninny Creek Lookout, das Cathedral Gorge und The Domes uns ansehen.

Bungle Bungle National Park - The Domes: wunderschöne bunte Sandsteinkuppeln - Kimberley, Western Australia

Das finde ich sehr schade, hätte ich hier doch locker 5 Stunden verbringen können! Danach ist ein 30 – 45 Minuten Lunch eingeplant. Bevor ich losgehe, sage ich unserem Fahrer, dass ich gerne die Zeit für Lunch in den Bungle Bungles nutzen möchte und dafür gerne auch auf den Lunch verzichte. Was mir immerhin eine halbe Stunde mehr Zeit gibt.

 

Piccaninny Creek Lookout

Da es heute extrem heiß ist, bietet es sich an, zuerst zum Piccaninny Creek Lookout zu gehen und sich später im Schatten der Cathedral Gorge wieder etwas abzukühlen.

Piccaninny Creek Lookout Walk - Bungle Bungle Range & Purnululu National Park - Kimberley, Western Australia

Vom Parkplatz zum Piccaninny Creek Lookout sind es gemütliche, heiße 1,5 km Wegstrecke.

Bungle Bungle National Park - gestreifte Sandstein Strukturen der Piccaninny Gorge - Kimberley, Western Australia

Piccaninny Parkplatz hat seinen Namen von der Piccaninny Gorge erhalten, die sich 30 km vom Parkplatz erstreckt und die längste und tiefste aller Schluchten im Purnululu National Park ist. Die Piccaninny Schlucht kann über mehrere Tage auch erwandert werden. Wasser, Essen, Campingausrüstung alles muss für diese Wanderung selbst mitgenommen werden!

Piccaninny Creek Lookout - Aussicht - Bungle Bungle NP - Kimberley, Western Australia

Vom Piccaninny Creek Lookout hat der Besucher einen herrlichen Ausblick über viele, der oft mit Bienenkörben verglichenen orange, grau-schwarz gestreiften Felsdome.

Bungle Bungle National Park - Piccaninny Creek Lookout - Kimberley, Western Australia

Allein hier könnte ich schon eine Stunde oder mehr stehen und staunen. Da ich aber die Zeit optimal nutzen möchte, geht es nach 15 Minuten schon wieder weiter.

 

The Window

Als ich zur Weggabelung vom Piccaninny Creek Lookout zurück komme, geht es nach links zurück und auf diesem Wege auch zur Cathedral Gorge. Nach rechts führt der Track zur Whip Snake Gorge und zum Piccaninny Creek selbst. Aber zum von der Weggabelung nur noch 1,5 km entfernter „The Window“ könnte die Zeit noch reichen, wenn ich mich beeile.

Purnululu National Park & Bungle Bungle Range - Piccaninny Creek Walk: ausgewaschenes Flussbett - Kimberley, Western Australia

Ich nehme mir vor erst einmal um die Wegkrümmung zu gehen und dann weiter zu entscheiden. Der grau zerfurchte, steinige Creek wirkt allerdings viel zu faszinierend auf mich, um wieder zurück zu gehen. Also los und schnell.

Purnululu National Park - Felsdome auf dem "The Window" Walk - Kimberley, Western Australia

Gar nicht so leicht gesagt, wenn es gefühlt 43° C und keinerlei Schatten hat. Es ist auch gar nicht so leicht hier schnell vorwärts zu kommen. Ich muss über einige Furchen springen oder in tiefere hinablaufen, um auf der anderen Seite weiter zu kommen.

Bungle Bungle National Park - bunt gestreifte Felsen & ausgetrocknetes Flussbett - Piccaninny Creek Walk - Kimberley, Western Australia

Völlig verschwitzt komme ich am „The Window“ – einem natürlichen Fenster in den Bungle Bungle Felsen an.

Es ist leider nicht erlaubt, den Felsen hinauf zum Fenster zu klettern. Zugegeben halte ich mich ja nicht an alle Verbote, hier allerdings schon, weil ich weiß, wie empfindlich und leicht zu zerstören diese herrlich aussehenden Bungle Bungles sind.

The Window - Piccaninny Creek - Bungle Bungle Range & Purnululu National Park - Kimberley, Western Australia

Bei den hellgrauen Gebilden, die hier in den Felsen des Piccaninny Creek ganz oft zu sehen sind, handelt es sich um Termitenbauten. Erbaut sind sie aus dem Sekret der winzigen Spinifex-Termiten. Die Bauten schützen die empfindlichen Termiten vor Sonne, Regen und dem gefluteten Piccaninny Creek.

Verschlungene Wege würden bestimmt noch viel mehr tolle Ausblicke eröffnen, ich habe leider keine Zeit und muss schnell wieder zurück.

Bungle Bungles - Faszinierend schöner The Window Walk: ausgefurchter Piccaninny Creek & bunte Felsdome - Kimberley, Western Australia

Auch wer nicht viel weiter gehen möchte, der Abstecher zum „The Window“ lohnt absolut. Vor allem schon wegen dem faszinierend erodierten, tief zerfurchten Flussbett und der herrlich bunten Felswände.

 

Wie entstanden diese singulären, orange-grau gestreiften Bungle Bungle Kegel?

Obwohl sie wie imposante Felsen aussehen, bestehen diese Standstein-Dome aus sehr fragilen Gesteinsschichten: aus typischer Sandstein (Gestein entsteht durch Verdichtung von Sand) und Konglomeraten (Steine & Geröll verzementiert mit Sand).

Die grauen bis schwarzen Gesteinsbänder sind die wasserdurchlässigeren Gesteinsschichten. Wasser sickert in die Gesteinsschichten und ermöglicht dunklen Algen (Cyanobakterien) hier zu wachsen.

Bungle Bungle - Kegelkarst-Landschaft - Purnululu National Park - Kimberley, Western Australia

Die weniger wasserdurchlässigen Gesteinsschichten sind bedeckt mit einer Patina aus Mangan- und Eisenoxid. Diese äußere Schicht oder Überzug hilft die Gesteinsschichten darunter vor der noch schnelleren Erosion zu schützen. Das eigentliche Gestein darunter ist weißlich. Es ist an den Kegeln noch zu erkennen, wenn Gesteinsschichten abgebrochen sind.

Bungle Bungle - Kegelkarst: orange-grauer Überzug - Purnululu National Park - Kimberley, Western Australia

Abgetragen und angeschwemmt wurde das ganze Material für die heutige Bungle Bungle Range vor 375 bis 350 Millionen Jahren von den nördlichen Gebirgen und landete hier im Ord Basin. Vor 20 Millionen Jahren wurde das Gebiet hier zum zweiten Mal angehoben. Der sehr selten vorkommende empfindliche Sandsteinkarst wurde durch reissende Flüsse in lang andauernden Regenzeiten extrem ausgewaschen. Übrig blieb was wir heute als diese einzelnen Karstkegel oder Karstkegel-Gruppen hier sehen.

 

Cathedral Gorge

Neben den Bienenkorb ähnlichen Sandstein-Formationen ist hier im Südosten des Purnululu Nationalpark die Cathedral Gorge ein überwältigend schönes Highlight. Wer vom Piccaninny Creek Lookout zurück zum Parkplatz geht, erreicht kurz nach der Weggabelung ein Hinweisschild „Cathedral Gorge“.

Bungle Bungle Range & Purnululu National Park - Herrliche Ausblicke auf dem Cathedral Gorge Walk - Kimberley - Western Australia

Ein kurzer Spaziergang führt in eine Schlucht mit steilen hohen Felswänden  hinein. Schon der Weg dort hin ist vielversprechend und führt teilweise direkt an den Steilwänden entlang.

Cathedral Gorge Walk - Steile Felsschluchten - Bungle Bungles - Kimberley, Western Australia

Gleisende Sonne wird im hinteren Teil durch kühle dunkle Schatten ersetzt. Der Wanderweg führt durch das „Mittelschiff“ der Kathedrale, begrenzt von hohen Wänden.

Schattige Cathedral Gorge mit permanentem Wasserloch - Bungle Bungle Ramge & Purnululu National Park - Kimberley - Western Australia

Zwischen einem schmalen Felsspalt hindurch eröffnet sich auf einmal eine riesige Wasserpfütze und dahinter die leuchtenden, majestätisch mächtigen Felsen.

Als wenn die Cathedral Gorge ihre Besucher einladen und vor der gleissenden Sonne schützen will, wölbt sie sich schützend über sie. Dieser Teil wird auch als die Rund-Apsis dieser natürlichen Kathedralen ähnlichen Felsformation bezeichnet. Was für ein wundervoller, faszinierender Ort!

Cathedral Gorge - Mächtige, imposante Felsen - Bungle Bungle Range & Purnululu NP - Kimberley, Western Australia

Selbst in der Trockenzeit bleibt dieses Wasserloch oder Teich erhalten und bildet damit eine herrlich kühle, friedlich stille Oase. Diese Felsen sollen auch eine hervorragende Akustik haben, also für die Sänger unter euch: trällert ein Liedchen & erzählt mir von dem Klangerlebnis!

Die imposanten, mächtigen Felswände der Cathedral Gorge - Purnululu National Park - Kimberley, Western Australia

Leider kann kein Foto dieser Welt, die Atmosphäre dieses Ortes gebührend einfangen. Die Felsen sind so imposant, mächtig, schützend und irgendwie auch warnend … vor was auch immer.

Es ist nicht leicht hier ohne Stativ und Langzeitbelichtung gute Fotos zu machen, zu extrem sind die Lichtverhältnisse. Also nur 3 Schnappschüsse, kurz verweilen, den Schatten genießen und dann muss ich auch schon wieder zurück.

 

The Dome

Zwischen der Cathedral Gorge und dem Piccaninny Parkplatz empfiehlt sich noch ein kurzer, nur 1 km langer Abstecher „The Dome“, der zwischen einigen der schönen abgerundeten Sandstein-Kegel hindurchführt.

Piccaninny Creek - The Dome Walk - Bungle Bungle National Park - Kimberley, Western Australia

Freundlicherweise hat unser Guide unseren Lunch noch nicht weggepackt und ich kann mir noch ein Wrap mit herrlich frischen Paprika, Käse, Salat machen und mit einem kalten Orangensaft meinen Durst löschen. Dann geht es auch schon weiter auf die Nordwest-Seite des Purnululu National Parks.

 

Bungle Bungle Nordteil – Echidna Chasm: Palmen & feuerroten Steilwände

Wir fahren vom Piccaninny Parkplatz die 23 km wieder zurück zum Visitor Centre und von dort aus ca. 20 km Richtung Norden.

Völlig unerwartet verändern sich die Felsformationen auf der Westseite der Bungle Bungles. Statt singulären, orange-grau-gestreiften, abgerundeter Sandstein-Kegel wächst hier aus der umliegenden Savanne eine schroffe, weite Abbruchkante empor.

Purnululu National Park - Hochplateau im Nordwesten - Kimberley, Western Australia

Dahinter befindet sich ein Hochplateau mit hunderten Meter tiefen Rissen und engen Spalten, die über viele Jahrtausende hinweg von von vereinzelten Flüssen ausgewaschen wurden.

Vom Parkplatz bei der Echidna Chasm führt ein ca. 2 km langer Spazierweg zu diesen super eng beieinander stehenden, leuchtend roten Steilwänden, die diese schmale Echidna Kluft bilden.

Echidna Chasm: super enge Schlucht - Purnululu NP - Kimberley - Western Australia

 

Osmand Lookout

Gleich zu Beginn der kleinen Wanderung führt ein kurzer 200 m Abstecher eine kleine Anhöhe hinauf zum Osmand Lookout. Weil fast alle von unserer Gruppe sich direkt zur Echidna Chasm aufmachen und ich nicht im Gänsemarsch gehen möchte, gehe ich zuerst zum Osmand Lookout.

Osmand Lookout & Ausblick auf Osmand Ranges - Echidna Chasm - Purnululu National Park & Bungle Bungle - Kimberley, Western Australia

Von hier kann man bei guter Sicht bis hinüber zu den, im Nordwesten liegenden, wellenförmigen Bergkämme blicken. Die Osmand Ranges sind allerdings weit deutlicher von einem Rundflug aus zu sehen.

Osmand Lookout & Blick auf den Eingang zur Echidna Chasm - Purnululu National Park - Kimberley - Western Australia

Die meisten werden beim Osmand Lookout vor allem von dem Eingang der Echidna Chasm und dem umgebenden Hochplateau mit einigen markanten Felskonturen begeistert sein.

Osmand Lookout - Blick auf Hochplateau - Echidna Chasm im Purnululu National Park - Kimberley, Western Australia

 

Echidna Chasm: eng, hoch, spektakulär, feurig

Der Weg in diese enge Echidna Chasm Felspalte ist zuerst ein breiter, allerdings sehr steiniger Pfad. Er führt entlang eines ausgetrockneten Bachbetts über unzählige, größere Steine.

Echidna Chasm - Palmen Oase am Eingang - Purnululu National Park - Kimberley, Western Australia

Vor dem Eingang der Schlucht erwarte ich eher zu einer Oase zu gelangen. Überall in und aus den Felswänden der Bungle Bungle Range und den umliegenden Spinifex-Hügeln wachsen hohe, wunderschöne Livistona-Palmen empor. Das tiefe Grün bietet einen herrlichen Farbkontrast zu den orangen Felswänden und weiß-grauen Flussbett.

Echidna Chasm - noch breiter Eingang & Steilwände - Bungle Bungles - Kimberley, Western Australia

Die Echidna Chasm wird nach hinten hin immer enger. Zu Beginn der Spalte stehen die Felswände vielleicht noch 2-3 Meter auseinander.

Echidna Chasm - Durchgang zwischen engen Felsspalten - Purnululu NP - Kimberley, Western Australia

Kannst du dir vorstellen wie spektakulär und gleichzeitig fremdartig es sich anfühlt, in dieser Naturlandschaft zu stehen? Wie bedeutungslos doch die Menschen sind, im Vergleich zu der Kraft und Macht der Natur?

Echidna Chasm - Enger Weg durch senkrechte Schlucht - Bungle Bungles - Kimberley, Western Australia

Im hinteren Teil sind die Felswände dann so eng beieinander, dass der Spalt gerade einmal 1 Meter breit ist. Den Kopf nach oben, lässt mich diese unendliche Kraft der Natur fühlen. Bis zu 200 m hoch erstrecken sich die senkrechten Felsen, deren Spalten einst von Flüssen ausgewaschen wurden.

Das allerletzte Stück ist ein bisschen Kletterei über Felsen und über eine Metallleiter und dann ist Ende Gelände, denn hier endet der gigantische Spalt.

Echidna Chasm - Blick nach oben, wo die Felswänden in allen Farben von Rot brennen - Bungle Bungle National Park - Kimberley, Western Australia

Wer sich die Felswände genauer ansieht, wird sehen, dass überall runde Steine in dem Sandstein eingeschlossen sind.

Das Wasser hat die Steine über Jahrhunderte hinweg, über die Felsplateaus mit sich getragen, geschubst, gerollt und die Steine haben sich so abgerundet. Jahrhunderte lang wurden die Steine dann zusammen mit dem Sand immer stärker verdichtet, bis sich das schon oben beschrieben Konglomerat gebildet hat.

Echidna Chasm - Enge atemberaubende Spalten entstanden vor Jahrmillionen aus Erosion - Purnululu NP - Kimberley - Western Australia

Und so entstand die Echidna Chasm: in irgendeiner Fuge oder Sprung in dem Felsplateau haben Wasser und Wind diesen Kanal weiter und weiter ausgewaschen. Es hat ungefähr 20 Millionen Jahre gedauert, bis die Spalte bis auf den Grund der Schlucht erodiert war und sich so heute ihren Besuchern zeigt.

Echidna Chasm ist absolut spektakulär und lässt dich frösteln, ob der ganzen extremen Größenverhältnisse.

Echidna Chasm - Farbenfroher Ausblick am Ausgang der Schlucht - Bungle Bungles - Kimberley, Western Australia

Der beste Zeitpunkt für den Besuch der Echidna Chasm ist die Mittagszeit, wenn die Sonne ihre Stahlen die ganze 200 m tiefen Felswände entlang wandern lässt. Genau dann leuchten die Felsspalte in allen Farbtönen von Violett im Innern über feuriges Rot bis hin zu hellen Orange und beinahe Gelb.

Echidna Chasm - Livistona-Palmen am Eingang der Schlucht - Bungle Bungle NP - Kimberley, Western Australia

Wir waren leider ein bisschen zu spät und die Felswände werden jenseits der Mittagszeit dann schnell düster bis beinahe grau-schwarz. Zu diesen Zeiten gilt es dann jeden Spalt sich genau anzusehen, um vielleicht doch noch einzelne Sonnenstrahlen zu finden, die die Felsen herrlich anleuchten.

Echidna Chasm - Hochplateau der Bungle Bungle Range - Purnululu National Park - Kimberley, Western Australia

Obwohl es auf der Nordwest-Route durch den Purnululu National Park noch viele weitere Sehenswürdigkeiten zu erleben gibt wie z.B. The Bloodwoods mit einigen zweistündigen Wanderungen ist für unsere Tour schon Schluss hier. Es bleiben uns nur noch die Eindrücke, die wir auf dem Rückweg noch einmal bestaunen können.

Bungle Bungle Caravan Park - Stellplätze & Anlage - Kimberley, Western Australia

Gegen 18 Uhr – also nach 11 Stunden Fahrt & Bungle Bungle Range – sind wir wieder zurück im Caravan Park. Je nachdem wie diese Tour gebucht wird, gibt es dann für die Teilnehmer noch ein 3-Gänge Abendessen.

 

Meine Tipps:

  • Die Tagestour in die Bungle Bungles ist eine tolle Alternative für alle, die ohne 4WD unterwegs sind oder sich die extrem ausgefahrene Piste nicht antun möchten. Die absoluten Highlights des Purnululu National ParksCathedral Gorge, The Domes & Echidna Chasm geben einen faszinierenden Einblick in die wilde Schönheit der Bungle Bungle Range. Wer allerdings mit dem 4WD selbst in den Park fährt, sollte sich mindestens 2 oder 3 volle Tage gönnen. Der große Vorteil von Bungle Bungles Expeditions ist, dass sie direkt vor dem Nationalpark losfahren. Informationen, Preise und Online Buchungen findest du auf der offiziellen Webseite für diese „4WD Bus Day Tour“.

Piccaninny Creek Lookout - Bungle Bungles - Kimberley, Western Australia

  • Es werden auch mehrtägige Touren angeboten. Eine tolle Kombination bietet Kingfisher Tours in Kununurra an. Ich habe mit ihnen den absolut fantastischen Bungle Bungle & Cockburn Ranges Rundflug gemacht. Kingfisher bietet auch die Option an, in den Bungle Bungles zu landen, so dass du z.B. den Rundflug mit 2-3 Tagen vor Ort kombinieren kannst und in einer schicken Wilderness Lodge im Park übernachtest. Besser geht nicht. Interessiert? Hier der Link zu einer der Air & Ground Tours von Kingfisher.

Ausblick von oben auf Bungle Bungle - Purnululu National Pak - Western Australia

  • Die Bungle Bungle Range – Purnululu National Park – ist vom üblicherweise vom 1. April bis zum 31. Dezember – nur in der Trockenzeitgeöffnet. Je nach Regenzeit können sich diese Daten auch ändern. Es wird eine Nationalpark-Gebühr fällig, die mit dem Western Australia Parks Pass abgedeckt ist.
  • Sowohl im Süden wie im Norden der Bungle Bungles gibt es Campingplätze z.T. sogar mit Wasser. Sie können entweder Online oder über die Visitor Centres gebucht werden. Während der Hochsaison sind die Campgrounds schnell ausgebucht. Weitere Informationen, Aktuelles, Nationalparkgebühren und Übernachtungspreise findest du auf der offiziellen Webseite des Parks & Wildlife WA.

Bungle Bungles - gestreifte Dome & zerfurchter, ausgetrockneter Piccaninny Creek - Kimberley, Western Australia

  • Wer Richtung Broome fährt, dem kann ich folgende Abstecher und Touren empfehlen: in Halls Creek zu den herrlichen Palm Springs & China Wall, Mimbi Caves Aboriginal Tour, die faszinierende Geikie Gorge und Derby & seine Boab Trees. Wer ein 4WD hat, kann auch noch einen Abstecher zur Windjana Gorge und Tunnel Creek machen. Zu meinen Beiträgen dazu gelangst du, in dem du auf die grünen Texte klickst.

Großer markanter Boab Baum - Derby - Kimberley - Western Australia

  • Wer nach Kununurra fährt, dem stehen dort unzählige faszinierende Abenteuer bevor: Emma Gorge, Wyndham, Lake Argyle, Keep River National Park, El Questro und vieles mehr. Ich habe alleine in Kununurra 2 Wochen mit vielen tollen Ausflügen und Rundflügen über die schönsten Regionen der Kimberley verbracht. Nirgendwo sonst in Australien blieb ich länger an einem Ort.
  • Mehr Kimberley Highlights findest du unter „Weiterlesen und Inspirieren lassen“ am Ende des Beitrags. Viel Spaß beim Stöbern! Fernweh garantiert!

 

Wie gefallen dir dir die Bungle Bungle Range & Purnululu National Park? Sind diese Sandstein-Formationen nicht einmalig schön? Deine Fragen, Tipps und Feedback sind erwünscht!

 

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2 Comments on “Bungle Bungle Range – Purnululu National Park: Grandiose Felsen & Farben

  1. Super Bericht / Bilder ich kann den Ausführungen nur zustimmen. Wir haben im Mai 2 Tage in Bungle Bungle vebracht. Wir hatten einen 4WD und konnten so selbst im Park uns alles ansehen. Aber die beiden Tage reichen dafür nicht aus. Die lange Anfahrt raubt viel Zeit.
    Danke npchmal für den tollen Bericht der bei uns alles Erinnerungen aufweckt.

    Gruß

    Dirk

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