Burg Prunn, Klamm Wanderung, Riedenburg, Burg Randeck – Altmühltal Highlights

Schloss Prunn: Inbegriff einer Ritterburg und eine der besterhaltenen Burgen mit toller Burgführung - Altmühltal Highlight - Bayern

Eine beliebte Wanderung im wunderschönen Altmühltal führt vom zauberhaften Riedenburg auf einer herrlichen Klamm-Wanderung zur Burg Prunn, wo eine fantastische Burgführung auf die Besucher wartet. Eine Schifffahrt auf der Altmühl, ein Abstecher zur fast längsten Holzbrücke Europas & ein Ausblick von der Burg Randeck …  Tolle Altmühltal Highlights für einen besonderen Tag!

Eine schöne, aussichtsreiche Wanderung führt von Riedenburg im Altmühltal durch das Naturschutzgebiet Klamm und Kastlhäng zum Schloss bzw. der Burg Prunn. Eine sehr interessante Burgführung erzählt die Geschichte der Burg und des Nibelungenliedes.

Die Klammwanderung kann ideal ergänzt werden mit einer Schifffahrt auf dem Main-Donau-Kanal und einen Abstecher zur Burg Randeck mit grandiosen Ausblicken über das weite, schöne Altmühltal & einer der längsten Holzbrücken Europas.

Aufgrund des weinerlichen Himmels am Morgen entscheide ich mich für eine spontane Planänderung. Statt von Riedenburg aus mit der Rundwanderung zu starten, beginne ich mit der Burg Prunn. Wenn ich um 10 Uhr an der stündlichen Burgführung teilnehme, kann ich dann um 12 Uhr mit dem Schiff auf dem Altmühl / Main-Donau Kanal von Nußdorf nach Riedenburg fahren.

Damit habe ich für den Rückweg und die Altmühltal Klamm-Wanderung alle Flexibilität und bin mir sicher, bestimmt ein kleines Schönwetterfenster für die Wanderung zu finden.

 

Burg Prunn – Inbegriff einer Ritterburg & eine der besten Burgführungen

Die Burg Prunn thront malerisch wie ein verzaubertes Märchenschloss oder ein Adlerhorst auf einer steil abfallenden 70 m hohen Felsnase aus der Jura-Zeit. Der markante Riffkalk-Felsen auf dem die Burg steht, ist als bedeutendes „Geotop Schlossfelsen Prunn“ ausgewiesen.

Von Nußhausen, einer Gemeinde direkt neben Prunn,  geht es über eine Treppe, die teilweise steil bergauf führt, hinauf zur Burg Prunn. Da dies im Regen nicht sonderlich viel Spaß macht, entscheide ich mich direkt zur Burg Prunn hinauf zu fahren. Den Besuchern steht dort ein großer Parkplatz zur Verfügung.

Vom Parkplatz geht es über eine Treppe einige Stufen hinab zur Burg Prunn. Schon beim Abstieg zur Burg entfaltet sich eine grandiose Kulisse aus Schloss und dem wunderschönen Nationalpark Altmühltal im Hintergrund.

Die Burg Prunn ist  nicht die  größte Wehranlage im Altmühltal,  aber sicherlich einer der Schönsten und für viele der Inbegriff einer Ritterburg schlechthin.

Von wo einst eine Zugbrücke den Burggraben überbrückte, hat der Besucher heute einen spektakulären Ausblick auf das Altmühltal und die Berge zu beiden Seiten des Flusses bis – je nach Sicht – weit hinter Riedenburg und über das Schloss Rosengarten hinaus.

 

Der Innenhof der Burg Prunn

Die Herren von Prunn wurden 1037 erstmals erwähnt, die Burg Prunn selbst stammt aus der Zeit um 1200. Zu den ältesten Bauwerken gehört der markante, 31 Meter herausragende Bergfried (Wehrturm).

Das Schloss Prunn bzw. die Burg Prunn ist eine der bekanntesten Burgen in Bayern und gehört zu den wenigen Burgen, die in ihren charakteristischen Bauteilen erhalten ist: Torbau mit einstiger Zugbrücke, Bergfried, Kapelle und Palas (Hauptgebäude mit Wohn- & Festsaal).

Die starken Außenmauern unterstreichen den wuchtigen Charakter des Baus. Die ursprüngliche Burgmauer wurde soweit reduziert, dass heute ein herrlicher Blick über den Main-Donau-Kanal frei ist.

Die Burg Prunn kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Eine Führung dauert ca. 45 Minuten und findet immer zur vollen Stunde statt.

 

Von der Burg Prunn zum Schloss Brunn – Eine spannende Burgführung

Gleich zu Beginn der Führung gibt es einen Einblick in die Geschichte der Burg, die wechselhaften Besitzverhältnisse und die Lehnsherren der Burg.

1288 erwarb Herzog Ludwig von Bayern die Burg. Anfang des 14. Jahrhunderts vergab der Herzog die Burg als Lehen an das Geschlecht der Fraunberger vom Haag. Ihr Wappen – der Schimmel auf rotem Grund – ist schon von weitem als Erkennungszeichen der Burg Prunn zu sehen.

Bis ins 16. Jahrhundert herrschten hier die mächtigen Adelsfamilien der Laaber und Fraunberger.

 

Aus einer kalten, zugigen Burg Prunn wird das Schloss Prunn

Unter der Herrschaft der Fraunberger vom Haag erlebte die Burganlage ab dem 14. Jahrhundert – in der Zeit der Spätgotik – eine zweite Blütezeit.

Es erfolgten mehrere Umbaumaßnahmen wie beispielsweise die Aufstockung des repräsentativen Wohnturms an der Südseite der Burg u.a. auch diese Wandmalereien aus dem frühen 15. Jahrhundert.

Anscheinend hatte hier der Lehensherr seine Traumburg an die Wände in dieses Herrschaftszimmers malen lassen. Damit er auch jeden Tag seine großen Ziele vor Augen hat. Heute nennt man diese hocheffektiven Techniken Visualisierung & Manifestierung. Schon sehr interessant, dass man sich dieser Techniken schon im Mittelalter bediente.

Schloss Prunn - Kupferstich von Michael Wening um 1700 - Altmühltal, Bayern

Nach dem Aussterben der Fraunberger vom Haag 1567 ging die Burg zurück an den Herzog Albrecht V, der sie bald darauf an Karl Köckh zu Mauerstetten und Bodenmais verkaufte. Dieser erweiterte die Burg ab 1604 durch einen neuen schlossartigen Anbau, der den Palas mit dem Bergfried verband.

Weitere Verschönerungen und der Ausbau in Richtung mehr Komfort innerhalb der Burg folgte 1631 im Stil der Renaissance. So wurde aus der Burg Prunn immer mehr ein Schloss Prunn. Zumal auch die Burg schon lange nicht mehr zur Sicherung des Altmühl-Gebietes benötigt wurde.

Zu mehr Komfort gehörte bestimmt auch, dass ein Toilettenhäuschen oder im wahrsten Sinne des Wortes ein Plumpsklo an den Außenmauern angebaut wurde.

Somit bezieht sich Burg Prunn eher auf die Festungsanlage, ihrer mittelalterlichen Entstehung und ihrem ursprünglichen Zweck, während die Bezeichnung Schloss Prunn dem heutigen Zustand der Gemäuer und dem komfortablen Inneren gerecht wird.

1672 kauften die Jesuiten aus Ingolstadt Schloss Prunn. Der Orden führte weitere Umgestaltungen und Erweiterungen u.a. wurde die Kapelle neu gestaltet. Nach Aufhebung des Jesuitenordens 1773 wurde Burg Prunn den Johannitern überlassen und fiel 1822 an Bayern zurück.

1827 setzte sich König Ludwig I. von Bayern für den Erhalt der Burganlage als historisches Denkmal ein. Seit 1946 gehört die Burg Prunn zu der Bayerischen Schlösserverwaltung.

2010 wurde Burg Prunn für knapp 3 Mio Euro saniert und erstrahlt seither im schönsten ritterlichen Glanz feierlich auf dem Kalksteinfelsen bei Prunn / Riedenburg.

 

Das Nibelungenlied, Prunner Codex & Minnesang

Nach dem Tod des letzten Fraunberger vom Haag 1567 besuchte Wiguläus Hund, ein Geschichtsschreiber und Hofrat Herzog Albrechts V.  die Burg Prunn. Er fand auf der Burg Prunn eine Pergamenthandschrift des Nieblungenliedes, den so genannten „Prunner Codex“.

Der Prunner Codex ist die viertälteste vollständige Handschrift des Nibelungenliedes. Das bekannte Epos geht auf Motive aus der Völkerwanderungszeit zurück und fand später Einzug in zahlreiche Bücher und Musikwerke.

Wiguläus Hund nahm das handschriftliche Buch an sich und schenkte es seinem Arbeitgeber Albrechts V., der es in München in der herzoglichen Bibliothek aufbewahrte. Heute liegt das Original dieses berühmtesten mittelhochdeutschen Heldenepos in der Staatsbibliothek von München. Eindrucksvolle Kopien befinden sich aber noch hier auf Schloss Prunn.

Auf der Führung durch das Schloss Prunn bekommt der Besucher einen sehr guten Einblick über die Verbreitung dieses Heldenepos, den unterschiedlichen Fassetten des Niebelungenliedes und wie das so mit der Geschichten-Überlieferung im Mittelalter funktionierte.

Von den Räumen, in denen sich die Nibelungen-Ausstellung befindet, hat der Besucher einen fantastischen Ausblick über den Altmühl / Main-Donau-Kanal bis nach Riedenburg oder direkt über Einthal hinweg.

Minnesang war Mitte des 12. bis 13. Jahrhunderts eine beliebte Form von abendlicher Unterhaltung bei den Adligen. Bei der schriftlich überlieferten, hoch ritualisierten Form von Liedern handelte es sich meist von gesungener Liebeslyrik und der Verehrung einer hochgestellten Frau. Auch das Nibelungenlied wurde so vertont und vorgetragen.

Gut vorgetragener Minnesang war damals auch ein Mittel der Ritter und Adligen, um das Herz von Frauen zu erobern. Sie waren sozusagen die Popstars des Mittelalters.

Wer das Glück hat, die Burg Prunn-Führung mit Herrn Schinn zu machen, bekommt sogar eine absolut gelungene Kostprobe dieses Minnegesangs hier in den Burggemäuern vorgetragen. Absolut grandios!

 

Ein Burgrundgang, bei dem das Leben im Mittelalter lebendig wird

Bei der Führung durch die Burg Prunn geht es aber nicht nur um die Geschichte der Burg. Viele Gegenstände, Bilder und Ausstellungsstücke lassen das Leben im Mittelalter vorstellbar und lebendig werden.

Sehr gut gefällt mir auch, dass immer wieder Bezug zu Redensarten genommen wird, die aus dem Mittelalter stammen. Weißt du was hinter der Redensart „steinreich sein“ steckt? Im Mittelalter lebten die Menschen meist in Holz- oder Lehmhütten. Nur sehr reiche Leute – Steinreiche – konnten es sich leisten, in Steinbrüchen Steine hauen und bearbeiteten zu lassen, um aus diesen dann ihre Prunkbauten bauen zu lassen.

Auf der Burgführung Prunn erfährt der Besucher auch vieles über den Alltag der Menschen, die zu verschiedenen Zeiten auf der Burg Prunn lebten. Auch über die Rechtssprechung, Turniere und Festlichkeiten, Kleidung und der Jagd, die ausschließlich den Herren und Adeligen vorbehalten war.

Wenn wir heute sagen jemand ist „auf den Hund gekommen“ bedeutet dies meist, dass jemand in Not oder in schlimme Umstände geraten ist. Mehre ähnliche Deutungen besagen, dass früher auf dem Boden der Kassentruhen ein Hund aufgemalt war, als Symbol des Wächters. Wurde das Geld immer weniger in der Truhe, war irgendwann der Hund zu sehen. Man war „auf den Hund gekommen“. Manchmal gab es noch eine Notreserve – ein Fach darunter. Musste man diese angreifen, war man „unterm Hund“.

Das letzte eindrucksvolle Zimmer der Führung ist die Küche. Und weil mich der Ursprung der Redensarten so begeistert: Woher stammt der Ausdruck “ einen Zahn zulegen“? In dem Feuer wurden die Töpfe in Mittelalter an einem Kräuels (siehe Küchenwand) aufgehängt. Das ist eine mit Krallen oder Zähnen versehenen Stange mit einem Kesselhaken. Das Tieferhängen des Kessels, um einen Zahn oder Zacken nach unten bedeutete, dass die Kochhitze und damit auch die Kochgeschwindigkeit erhöht wurde.

 

Fazit der Burg Prunn Führung:

Vielleicht, weil ich auch so neugierig war und so viele Fragen hatte, wurde aus der ca. 45 minütigen Burgführung eine Stunde. Wir waren eine sehr, sehr kleine Gruppe und der Rundgang bekam damit eher einen privaten Charakter als eine typische Burgführung mit vielen Besuchern. Das vorgetragene Minnelied von Herrn Schinn war definitiv ein tolles Extra-Highlight.

Selten empfand ich eine Burgführung spannender, interessanter und lebendiger. Ich habe mit Begeisterung viel Neues gelernt, von dem ich zuvor noch nicht einmal wußte, dass es mich interessiert. Ich kann den Besuch der Burg Prunn und die Führung – die zu jeder vollen Stunde stattfindet – nur wärmstens empfehlen.

 

Mit dem Schiff auf dem Altmühl / Main-Donau-Kanal

Von dem schönen Schloss Prunn mache ich mich zurück auf den Weg in den Ort Prunn. Denn hier soll es einen Schiffsanleger geben, an ich zusteigen kann um nach Riedburg zu kommen. Als ich ein bisschen suche, frage ich nach und bekomme die Antwort, dass es in Prunn schon lange kein Anleger mehr gibt, aber vielleicht im Nachbarort.

Um deine Suche abzukürzen: was auf dem Fahrplan der Altmühl-Schifffahrt als Prunn steht, ist der Schiffsanleger in Nußhausen bei Prunn (angrenzende Ortsschaft). Wer zu Fuß auf die Burg Prunn geht, startet ebenfalls hier. Der Schiffsanleger in Nußhausen ist gut ausgeschildert und es gibt einen Parkplatz ganz in der Nähe.

Ich liebe es ja auf einem Schiff auf Flüssen dahinzugleiten und die Natur wie in einem Film in Zeitlupe an mir vorbeiziehen zu sehen.

Die Altmühl ist ein ca. 230 km langer Fluss in Bayern, der  knapp südlich der großen Europäischen Wasserscheide (nahe  Rothenburg ob der Tauber) entspringt, in südöstlicher Richtung fließt und kurz nach Kelheim in die Donau mündet.

Auf den letzten gut 30 km zwischen Kelheim und Diefurt, hat der Mensch die natürliche Altmühl in den zweckmäßigen Main-Donau-Kanal gezwungen. Das nimmt zwar dem Flussbett einiges an Charme, was aber durch die hier besonders imposante Altmühltal-Landschaft wieder wettgemacht wird.

Die Schifffahrt von Prunn / Nußhausen dauert leider gerade einmal knapp eine halbe Stunde und geht natürlich viel zu schnell vorbei. Viel genussreicher ist es sicherlich sich die ganze Altmühl / Main- Donau Schifffahrtsstrecke von Kelheim nach Riedenburg zu gönnen.

Besonders eindrucksvoll ist der Ausblick auf Riedenburg mit all seinen Sehenswürdigkeiten. Weit oben thront das Schloss Rosenburg. Gleich darunter die Ruinen der Burg Rabenstein und auf dem nächsten Bergrücken blitzt die Ruine der Burg Tachenstein hervor.

Bei guter Planung lässt sich Burg Prunn, Riedenburg, Klamm-Wanderung & die längere Schifffahrt bestimmt in einem Tag unterbringen.

 

(Rund-)Wanderung von Riedenburg über die Klamm zur Burg Prunn

Ob als Strecken- oder Rundwanderung der Natur- und Kulturgenuss ist auf diesem Wanderweg garantiert und macht die leichte Wanderung zu einem ganz besonderen Erlebnis.

 

Riedenburg – Pittoreske Altstadtperle an der Altmühl

Wer nicht nur von Prunn hinauf zur Klamm geht und direkt wieder zurück, kommt auch durch Riedenburg. Für viele ist Riedenburg auch der Start und Ende dieser Klamm – Burg Prunn – Rundwanderung.

Die liebevoll restaurierte Altstadt von Riedenburg ist auf alle Fälle einen Spaziergang wert.

Direkt am Marktplatz – inmitten all der farbenfrohen, schönen alten Häuser – befindet sich auch die Touristeninformation. Wer will kann sich hier kurz einen Plan für die (Rund-)Wanderung abholen.

Vom Riedenburger Marktplatz geht es auf der Straße „An der Altmühl“ vorbei an dem Badesee auf der einen Seite und noch mehr Ruinen auf der anderen Seite. Auf der Staatsstraße gegenüberliegenden Seite geht es ein kurzes Stück über den Postkellerweg.

 

Wald-Wanderung, Klamm & Kastlhäng

Kurz danach geht es ab in den Wald und von hier aus der Beschilderung des Jurasteigs bzw. des Altmühltal-Panoramaweges Nr. 14 / 14a folgend.

Die Wanderung von Riedenburg aus verläuft zunächst flach mit einer kaum wahrnehmbaren, leichten Steigung durch halblichten Wald. Leider wird der Ausblick auf das Altmühltal von den Bäumen versperrt.

In dem Naturschutzgebiet „Klamm und Kastlhäng“ beeindrucken von Anfang an immer wieder markante, mit Moos überwucherte Kalkfelsen. Als ich später große Felsen hoch oben im Wald sehe, denke ich schon, dass ich den falschen Weg genommen habe. Müßte der Wanderweg nicht viel näher an diesen Felsungetümen entlang führen?

Ab und zu sieht es aus, als gäbe es einen Weg zu den Felsen nach oben. Was aber von unten vielleicht noch wie ein Wegchen aussieht, endet kurz danach im Nichts.

Dann eben nicht. Der Wanderweg zieht sich tatsächlich auf ca. 3,5 km anspruchslos durch den Wald. Wer aber die Augen aufmacht, findet am Wegrand immer wieder etwas Interessantes – aus dem Reich der Flora und Fauna.

Neben den hochgewachsenen Bäumen und mächtigen Felsbrocken wirkt alles hier noch viel kleiner – egal, ob Pilze, winzige Frösche (oder was auch immer das mal werden wird oder schon ist), Eichhörnchen.

Ein kleiner Wegweiser zeigt, dass es noch 20 Minuten zur Klamm geht. Ab hier wird der Wanderweg nun ein bisschen steiler und nach viel Regen auch teilweise eine etwas schlammige Herausforderung.

 

Die Riedenburger / Prunner Klamm

Die eindrucksvolle Klamm bildet definitiv das Highlight dieser Rundwanderung.

Für die Erwartungshaltung ist es wichtig zu wissen, dass es sich bei der Klamm zwischen Riedenburg und Prunn nicht um eine – wie ich sie kenne – typische besonders enge Schlucht im Gebirge mit teilweise überhängenden Felswänden und reißenden Flüssen handelt.

Die Klamm zwischen Riedenburg und Prunn ist sozusagen die Soft-Version einer Klamm und es gibt hier auch kein Fluss. Was ihrer Schönheit allerdings keinen Abbruch tut.

Auf dem leider viel zu kurzem Abschnitt der Klamm, wo sich die markanten Felsen und riesigen Gesteinsbrocken erheben, schlängelt sich ein schmaler Pfad direkt an ihnen vorbei.

Einige Stufen erleichtern das Auf- und Ab zwischen den Felswänden. Klettern ist zu keiner Zeit notwendig.

Ich hatte zuvor Hinweisschilder gelesen, die die Klamm als schwieriger Steig auszeichnet.

Mit richtigen Schuhwerk würde ich die Klamm zu keiner Zeit als schwierig einstufen. Die Strecke durch die Klamm wird zu keiner Zeit kritisch und ist ein eher für das kurze Stück ein abenteuerlicher Spaziergang mit Steinstufen als kleine Hindernisse.

Der Weg führt auch direkt vorbei an der Kastlhäng-Höhle, die schon mittelsteinzeitlichen Jägern als Rastplatz und Schutz diente.

Bevor es aus der Klamm wieder hinausgeht, befindet sich ein kleiner – wie ich finde – völlig versteckter oder zumindest leicht übersehbarer Aufstieg über einige Felsstufen hinauf zu einer Aussichtskanzel. Von hier aus hat der Wanderer den einzig freien, dafür aber auch unglaublich schönen Ausblick über das Altmühltal hinweg, hinüber zur Burg Prunn.

Hätte ich kurz davor nicht einen Wanderer getroffen, der mich auf den Ort und die Aussichtsplattform hingewiesen hätte, wäre mir garantiert dieser tolle Aussichtspunkt verborgen geblieben.

Immerhin habe ich 3 wunderbare Minuten bis Blitze die Wolken zerreißen und es wieder zu regnen beginnt.

Anschließend geht es ziemlich kurz durch den Wald hinunter. Im Schutz der Bäume kommt der Regen so gut wie gar nicht durch. Unten auf der Wiese vor dem Zustieg steht ein kleines Bänkchen. Ich hoffe hier den Regen abwarten zu können.

 

Einthal – Idylle mit schönsten Ausblick auf Schloss Prunn

Ich genieße den Ausblick von dem Bänkchen auf die Kapelle und das dahinterliegende Schloss Prunn. Aber dann nimmt der Regen auch dieses Plätzchen ein und ich mache mich auf den Weg zurück.

Der Ausblick beim Parkplatz bei der Kapelle in Einthal direkt am Ufer des Altmühl / Main-Donau-Kanals gewährt den Besuchern einen hervorragenden Ausblick auf die Burg Prunn, sowie den Kanal und über spektakuläre Altmühltal-Landschaften und -Felsen.

Ich nehme mir vor im Regen zurück zum Auto zu gehen und dann noch einmal zurückzukommen, in der Hoffnung, dass es sich bis dann ausgeregnet hat.

Von Einthal geht ein kleines Stück flussabwärts und dann über eine große Brücke auf die gegenüberliegende Seite des Altmühl / Main-Donau-Kanals.

Einthal gegenüber liegt Nußhausen, was für mich das Ende meiner kurzen gut 2-stündigen, ca. 7 km Genusswanderung von Riedenburg nach Nußhausen / Prunn darstellt.

 

Von Burg Prunn nach Riederburg

Für alle die die Rundwanderung komplettieren möchten, verläuft der Wanderweg von Nußhausen weiter hinauf zur Burg Prunn. Von dort geht es wieder ein Stückchen bergab und auf einem wenig spektakulären Höhenweg geht es zurück nach Riedenburg. Kurz vor Riedenburg hält der Wanderweg dann noch beeindruckende Ausblicke auf Riedenburg, Schloss Rosenburg und die Burgruinen Tachenstein und Rabenstein bereit.

Die gesamte Rundwanderung von Riedenburg über die Klamm hinauf zur Burg Prunn und auf dem Höhenweg wieder zurück nach Riedenburg hat eine Länge von gut 12 km. Es müssen dabei 330 Höhenmeter überwunden werden und gut 4 Stunden reine Gehzeit eingeplant werden.

 

Burgruine Randeck, Essing & eine der längsten Holzbrücken Europas

Bevor es für mich zurückgeht, mache ich noch einen kleinen Abstecher zu der knapp 9 km entfernten Burgruine Randeck bei Essing. Auch hier kann direkt zur Burgruine Randeck hinaufgefahren werden. Oben im Ortsteil Randeck gibt es hinter der Ritterschänke Randeck einen großen Parkplatz.

 

Burgruine Randeck – Atemberaubender Altmühltal-Ausblick

Die Burg Randeck wurde im 11. und 12. Jahrhundert erbaut. Im 13. Jahrhundert fiel sie in die Hände der Grafen Babo von Abensberg, die als Raubritter hier ihr Unwesen trieben. Nach ihrem Tode gab es mehrere Besitzwechsel. Zu ihrer besten Zeit soll die Burg Randeck aus neun Stuben, acht Kammern, drei Küchen und einer Burgkapelle bestanden haben.

Heute sind von der Burg Randeck im Wesentlichen noch einige Außenmauern, das Burgverlies, der fensterlose Hungerturm und der 36 Meter hohe, aus regelmäßigen Quadern geformte Bergfried übrig.

Der Bergfried kann heute als Aussichtsturm bestiegen werden.

Von der Aussichtsplattform auf dem Bergfried der Ruine Burg Randeck hat der Besucher eine absolut fantastischen Ausblick über das Altmühltal, das darunter liegende Markt Essing, den Main-Donau-Kanal und natürlich auf eine der längsten Holzbrücken Europas.

Ein Ausblick der diesen kleinen Abstecher mehr als wert ist!

 

Die fast längste Holzbrücke Europas & Zauberhaftes Markt Essing

Das idyllische, malerische Markt Essing besitzt eine der eindrucksvollsten Kulissen im Naturpark Altmühltal. Auf der einen Seite türmen sich gigantische, fast senkrechte Kalksteinfelsen aus der Zeit des Jura.

Irgendwie könnte Essing auch aus einem mittelalterlichen Märchen entsprungen sein. Direkt oberhalb befindet sich die Burg Randeck. Von ihren Besitzer bekam die Siedlung an der Altmühlt 1336 Marktrechte zugesprochen.

Auf der anderen Seite wird Essing durch einen bewahrten Altwasserarm der Altmühl begrenzt. Wer durch das Tor aus dem 14. Jahrhundert schreitet hat wohl den schönsten Ausblick auf Essing und seine Felswände.

Nur wenige hundert Meter vom Zentrum von Essing entfernt, befindet sich die, mit ihren knapp 200 m bis 2006 längste, freie Holzbrücke Europas (heute ist dies der 225 m lange Drachenschwanz bei Ronneburg).

Die ungewöhnliche Brückenkonstruktion – wegen ihrer Form von den Einheimischen auch liebevoll Tazelwurm genannt – schlängelt oder wellt sich völlig frei über den Main-Donau-Kanal.

Es macht ein lustiges Gefühl, als ich über die Brücke gehe. Je nachdem, ob ich mich in einem Wellental oder auf einem Wellenbogen befinde, ist der Ausblick ein ganz anderer. Einfach einmal ausprobieren!

Ich bleibe noch ein bisschen bis sich die letzten Sonnenstrahlen des Tages hinter Wolken und Hügeln verstecken. Was für ein grandioser Tag mit so vielen erlebten Highlights! Manchmal vergesse ich fast, wie schön es bei mir zuhause „um die Ecke“ ist.

 

Meine Tipps:

  • Parkplätze für die Klamm-Wanderung: Es gibt an vielen Orten Parkplätze. Idealerweise startet die Klamm-Wanderung entweder bei Prunn / Einthal oder Riedenburg. In Riedenburg gibt es einen Großparkplatz an der Austraße am Main-Donau-Kanal. Ein kleiner Parkplatz befindet sich in Einthal unterhalb der Kapelle direkt am Kanal. Ein weiterer Parkplatz befindet sich in Nußhausen in der Nähe des Schiffsanlegers.
  • Die Klammwanderung von Riedenburg zur Burg Prunn ist ein Teilstück der Etappe 13 – Riedenburg / Kehlheim des Weitwanderweges Jurasteig. Wer ein bisschen früher aufsteht, kann diese letzte und vielleicht schönste Etappe des Jurasteigs wandern und mit dem Schiff wieder zurückfahren. Für die knapp 23 km lange Wanderung von Riedenburg nach Kehlheim werden ca. 6 Stunden angegeben (600 Höhenmeter). Eine Grobplanung dieser Tour ist sinnvoll, um sowohl Schifffahrt wie auch Burgführung optimal einzubinden.

  • Die Öffnungs- und Führungszeiten, die kleine Eintrittsgebühr, und aktuelle Veranstaltungen der Burg Prunn findest du hier auf ihren Webseiten.
  • Den Schifffahrtsplan für den Schiffsverkehr zwischen Kelheim und Riedenburg – von Mai bis Oktober / November (Donaudurchbruch) – findest du auf den Webseiten der Personenschifffahrt – Donau & Altmühltal.
  • Eine weitere, absolut aussichtsreiche und herrlich schöne Rundwanderung führt von Kelheim vorbei am Donaudurchbruch zum Kloster Weltenburg und auf der anderen Seite des Altmühl / Main-Donau-Kanals wieder zurück – natürlich mit einem Abstecher in die älteste Klosterbrauerei der Welt: Donaudurchbruch & Kloster Weltenburg: Ein tolles Altmühltal-Wander-Erlebnis!

Kloster Weltenburg - Wanderung zum Donaudurchbruch - Weltenburger Enge bei Kehlheim Bayern

  • Mehr Tipps und Bayern Highlights findest du unten im Beitrag unter „Weiterlesen & Inspirieren lassen“. Viel Spaß beim Stöbern!

 

Können dich diese Highlights im wunderschönen Naturpark Altmühltal – Burg Prunn, Riedenburg, Klamm-Wanderung, Essing & Burg Randeck – auch begeistern? Fragen, weitere Tipps? Ich freue mich auf deine Kommentare!

 

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