Cañón del Sumidero – Das „Fast-Weltwunder der Natur“ von Chiapas mit dem Motorboot erkunden

Einfahrt zur Schlucht - Canon del Sumidero - Sumidero Schlucht bei Chiapa de Corzo - Chiapas, Mexiko

Die Motorboot-Touren im Cañón del Sumidero führen vorbei an beeindruckenden, manchmal sehr bizarren, manchmal malerischen, immer wunderschönen steilen Felsformationen.
Faszination pur!

Der Cañón del Sumidero ist eine über 1.000 m tiefe und 25 km lange Schlucht und eine der Hauptattraktionen des mexikanischen Bundesstaats Chiapas. Dieses Naturwunder, welches der mächtige Río Grijalva in den Fels gegraben hat, war nicht umsonst in der Auswahl der neuen 7 Weltwunder der Natur.

Während der ca. zweistündigen Bootsfahrt gibt es herrlich steile Felswände zu bestaunen, zahlreiche Grotten und viele Tiere am Flussufer zu sehen: Frischwasser-Krokodile, Geoffroy-Klammeraffen, Silberreiher, Wasserschildkröten uvm.

Wir machen uns von San Cristobál de las Casas, einem meiner absoluten Lieblingsorte in Mexiko auf, um die Sumidero Schlucht zu besuchen.

Das kleine, bunte, charmante Kolonialdörfchen Chiapas de Corzo besitzt einen kleinen „Hafen“ oder besser gesagt Bootsanleger, von dem aus die ca. 2-stündigen Bootstouren in den Nationalpark des Cañón del Sumidero angeboten werden. Wir warten ungefähr eine halbe Stunde bis genügend Touristen für die Bootstour zusammengekommen sind und dann geht es los.

Steilwände mit Kakteen- Canon del Sumidero - Sumidero Schlucht bei Chiapa de Corzo - Chiapas, Mexiko

Die Bootstour führt erst ein Stück Río Grijalva hinauf und dann hinein in eine gigantische Schluchten-Landschaft. Die Entstehung des  Cañón del Sumidero begann vor ca. 35 Millionen Jahren (zeitgleich mit dem Grand Canyon in USA).

Steilwände - Canon del Sumidero - Sumidero Schlucht bei Chiapa de Corzo - Chiapas, Mexiko

Unser Bootsführer spricht nur spanisch und bekommt einen spanischen Touristen an seine Seite, der die Ausführungen unseres Bootsführers teilweise übersetzt :)

Im Gebiet des Nationalparks herrscht das ganze Jahr über ein heißes, mäßig feuchtes Klima. Ziel des Nationalparks ist u.a. der zahlreichen, zum Teil bedrohten Tier- und Pflanzenarten, die hier heimisch sind Schutz zu bieten: Krokodile, Pelikane, Reiher, Kormorane, Weißwedelhirsche, Orchideen und Agaven.

Krokodile - Canon del Sumidero - Sumidero Schlucht bei Chiapa de Corzo - Chiapas, Mexiko

Mit ein bisschen Glück sonnen sich die Krokodile an den steinigen Ufern,

Klammeraffen - Maya Stätte von Becan, Campeche, Yucatán - Mexiko

ein paar Klammeraffen begrüßen die Besucher mit Begeisterungsrufen oder verschimpfen sie – wer versteht schon klammeraffisch :)

Schluchtgeier - Canon del Sumidero - Sumidero Schlucht bei Chiapa de Corzo - Chiapas, Mexiko

Und auch die Sumidero Schluchtgeier trocknen ihr Gefieder in den Bäumen oder hocken zu einem kleinen Schwatz zusammen.

Christmas Tree - Canon del Sumidero - Sumidero Schlucht bei Chiapa de Corzo - Chiapas, Mexiko

Manche der spektakulären Felsformationen haben Namen. Diese über und über mit Moos und Schwämmen bedeckte Formation wird auf Grund seiner Form Christmas Tree genannt.

Christmas Tree - Canon del Sumidero - Sumidero Schlucht bei Chiapa de Corzo - Chiapas, Mexiko

Ich finde allerdings, dass die ein riesiger, grüner Geist ist, der gerade aus dem Felsen hervortritt und böse auf die Besucher hinunterschaut hinter seiner Maske. Oder was erkennst du in dieser Fels-Moos-Formation?

Es gibt viele spektakuläre Felsformationen und Höhlen auf dem Weg durch den Canyon. Faszinierend und beeindruckend schön und in dem Boot ein purer Landschaftsgenuss!

Felsformationen - Canon del Sumidero - Sumidero Schlucht bei Chiapa de Corzo - Chiapas, Mexiko

Durch den Chicoasén-Staudamm – in Mexiko auch Presa Manuel M. Torres genannt -entstand am nördlichen Ende der Schlucht  einer der größten Stauseen Mexikos. Mit seiner 261 m hohen Staumauer gehört er damit auch zu einer der 15 höchsten Staumauern der Welt.

Nach einer kurzen Rast und einer kleinen Pause in einem Restaurant am Ende der Schlucht geht es wieder zurück.

Canon del Sumidero - Sumidero Schlucht bei Chiapa de Corzo - Chiapas, Mexiko

Eine wirklich überwältigend schöne Szenerie, die den Besuchern hier geboten wird!

 

Die Schattenseite dieser Tour scheint behoben worden zu sein

Der Cañón del Sumidero –  aus dem spanischen übersetzt bedeutet sumidero: Gully, Abflussgraben. Keine Ahnung, ob tatsächlich das die Ursache ist, dass mit dem Río Grijalva so viel Müll angespült wird. Als wir die Schlucht besuchen, müssen wir leider ein größeres Stück passieren, wo jede Menge Müll auf der Wasseroberfläche schwimmt.

Es sollte wenigsten möglich sein mit einem leicht höheren Bootstourenpreis oder einer Nationalpark Gebühr dem Müll Herr zu werden.

Steilwände - Canon del Sumidero - Sumidero Schlucht bei Chiapa de Corzo - Chiapas, Mexiko

Manche Wünsche scheinen sich schnell zu erfüllen. Dank der lieben Kommentare zu diesem Artikel, scheint die Nationalpark Behörde den Müll im Wasser inzwischen los geworden zu sein! Sehr lobenswert! Ich gehe davon aus, dass die dann auch so bleibt.

Schreibe mir bitte in den Kommentaren unten, wie der Canon del Sumidero heute aussieht.

 

Mein Tipp:

  • Wer noch kein Ticket gekauft hat, kann hier am Bootsanleger sein Ticket kaufen. Die Bootstour kostet ca. Mex$ 45, die Fahrt findet dann statt, wenn genügend Gäste für ein Boot vorhanden sind.
  • Wer keine Stunde Wartezeit in Kauf nehmen will oder kein eigenes Fahrzeug hat, kann die Tour inklusive Transfer und die Tickets auch in den Tourist-Offices der angrenzenden Städte buchen und kaufen.
  • Wer noch am gleichen Tag in den Canon del Sumidero fahren will sollte bis spätestens 13 Uhr am Bootsanleger sein. Wer ein bisschen Sonne in der Schlucht haben möchte, sollte die Bootstouren um die Mittagszeit machen.

Mit dem Boot durch Canon del Sumidero - Sumidero Schlucht bei Chiapa de Corzo - Chiapas, Mexiko

  • Falls der Müll auch bei euch noch im Wasser ist, einfach nicht hinschauen :) Er verdirbt sonst zumindest einen Teil der Tour und ihr könnt es gerade nicht ändern. Ihr könnt allerdings bei eueren Einkäufen darauf achten, so wenig „Plastik“-Müll wie möglich zu produzieren.
  • Wer keine Bootstour auf dem Río Grijalva machen will, kann auch mit dem Auto in den Nationalpark fahren und von einer der fünf Aussichtspunkte einen Blick in die Schlucht erhaschen :)

 

Chiapas de Corso befindet sich ca. 15 km östlich der Hauptstadt Tuxtla Gutiérrez oder 75 km westlich (1,5 bis 2 Fahrstunden) von dem wunderschönen, ursprünglichen Ort San Cristobál de las Casas entfernt.

 

Warst du schon einmal im Cañón del Sumidero in Chiapas? Wie hast du ihn erlebt? Schreibe es mir bitte in meinen Kommentare!

 

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10 Comments on “Cañón del Sumidero – Das „Fast-Weltwunder der Natur“ von Chiapas mit dem Motorboot erkunden

  1. Das Müllproblem hat sich teilweise behoben. Wie uns der Führer erklärte, sind es ungefähr 80 % , die sie bereits aus dem See gefischt haben.

    • Danke, liebe Joana, für diesen Kommentar! Toll zu hören, dass sie sich diesem Müllproblem annehmen. Wie hast du es erlebt? War der Müll immer noch sehr störend oder konntest du darüber hinwegsehen und dich ungestört auf das Schöne auf dieser Tour fokussieren?

      Alles Gute im Neuen Jahr & viele tolle Begegnungen! wünscht dir
      Petra

  2. Hallo Petra, mein Freund und ich fahren diesen Sommer nach Mexiko und wollen uns die Schlucht auch anschauen. Was uns interessiert ist, ob man in dem Park auch Wanderungen machen kann. Weißt du darüber Bescheid?

    Liebe Grüße
    Steffi

    • Hallo Steffi,
      ich habe ein bisschen im Internet herumgesucht nach Wanderungen. Alles was ich auf die Schnelle gefunden habe, ist, dass man Lookouts mit dem Auto anfahren kann und die Bootstour machen kann.
      Mein spanisch ist gerade wieder sehr eingerostet. Manche Statements klangen, so als ob Wanderungen möglich sind, aber nirgendwo habe ich etwas konkretes gefunden, sorry!
      Vielleicht findest du im Buchhandel ein Buch über Wanderungen in dieser Gegend und kannst dort einmal nachsehen.
      Lass mich bitte wissen, wenn du fündig geworden bist!

      Vielen Dank & liebe Grüße
      Petra

  3. Hallo Petra, ich war im Mai dieses Jahres dort und habe keinen Müll herumschwimmen sehen! LG, Katrin

    • Hallo Katrin,
      lieben Dank für dein Feedback! Du bist die zweite, die mir schreibt, dass der Müll weg ist. Das finde ich klasse!
      Ich habe meinen Artikel dementsprechend geändert und hoffe es bleibt so.

      Liebe Grüße
      Petra

  4. Hallo Petra, wir haben vor vier Wochen die Bootstour im Canyon gemacht und es war schrecklich. Wir haben mit dem Boot im Müll gestanden, Weill er einfach überall war. Und die Tiere mittendrin. Also Problem leider noch nicht gelöst.

    • Hallo Kerstin,
      lieben Dank für dein Feedback, auch wenn ich lieber gelesen hätte, dass sie das Müllproblem lösen. Ich verstehe das wirklich nicht, warum da keine Abhilfe geschaffen werden kann.
      Ich bin sicher, dass jeder Tourist gerne 2 Dollar mehr bezahlen würde, wenn man dafür nicht vor lauter Müll dann die Augen zu machen muss.

      Sonnige Grüße,
      Petra

  5. Hi Petra,
    Deine Eindrücke kann ich so 100% bestätigen. Was für ein tolles Erlebnis das war! Ich war am 17.04.18 dort, leider war der Müll heftig. Ich kann das in dem Moment zwar ausblenden, finde es aber trotzdem heftig, wenn man das weltweite Müllproblem so vor Augen geführt bekommt. Die Bootsfahrer sind teils im Zick-zack durch den Canyon gefahren, um den Müllteppichen auszuweichen. Oder damit wir keine Fotos davon machen konnten?
    Problem also längst nicht behoben. Für das Geld, was die da verdienen, könnte man eigentlich erwarten, dass die da was unternehmen. Leider wird wohl nur auf Kosten der Natur Geld eingestrichen und das war´s.

    • Hi,
      das ist schade, dass anscheinend das ganze so weiterläuft und nichts gegen den Müll gemacht wird. Ich wollte gar keine Fotos von dem Müll machen und habe versucht, so zu fotografieren, damit er nicht auf den Fotos ist.
      Ich finde Mexiko wirklich klasse, aber Mexiko ist immer noch ein sehr korrupter Staat. So scheinen Gelder immer in Ecken zu versacken, statt Abhilfe für Probleme schaffen.
      Aber irgendwann – hoffentlich bald – wird es sich hoffentlich bessern oder die Touristen müssen dann wirklich solche Orte boykottieren.

      Sonnige Grüße, Petra

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