Colca Canyon – Das Tal der Kondore & zweittiefste Schlucht der Welt!

Kondor Cruz del Condor - Lama Colca Canyon - Chivay- Peru

Teil 2: Die Magie Perus wird im Naturwunder Colca Canyon für jeden spürbar!
Von der Thermik getragen, kreisen die Könige der Anden über der Schlucht & segeln über die Köpfe der Besucher

Der Cañón del Colca – Colca CanyonTal der Kondore – es gibt viele Namen für diese Naturschönheit. Was macht das Colca Tal zu einem magischen Ort? Es ist die unbeschreibliche, knisternde Atmosphäre geschaffen durch diese gewaltig tiefe Schlucht, die von unten auftaucht, um zu grünen Terrassen zu werden oder sich in Form karger, mächtiger Berge dem Himmel entgegenstreckt.

Nur noch übertroffen von der Anwesenheit und dem Dahingleiten des Königs der Anden – dem größten fliegenden Vogel der Welt: dem Anden-Kondor!

Die bekanntesten Bewohner des Colca Canyons sind zweifelsfrei die Anden-Kondore! Unzählige Besucher machen sich täglich auf den Weg zum „Cruz del Condor„, wo mehrere Aussichtsplattformen einen überwältigend schönen Ausblick in die Schlucht ermöglichen, aus der die Kondore aufsteigen und ihre Segelkünste darbieten.

Kondore - Aussichtsplattform- Kreuz des Kondors - Colca Canyon - Chivay- Peru

 

Durch das gewaltige Colca Tal zum Kreuz des Kondors

Unsere Fahrt von Chivay ins Colca Tal startet sehr früh morgens. Da die größte Wahrscheinlichkeit, die Kondore beobachten zu können, zwischen ca. 8 und 10:30 Uhr morgens liegt. Es sind nur gut 40 km bis zum „Mirador Cruz del Condor“ aber mit ein paar Zwischenstops und den Straßenverhältnissen dauert diese Strecke dann mehr als 2 Stunden 😉

Terrassen auf dem Weg zum Cruz del Condor - Colca Canyon - Chivay- Peru

Das Hochland zu Beginn der Colca Schlucht besteht aus riesigen von Hand angelegten Terrassen, die bereits hunderte von Jahren alt sind. Die Terrassen wurden und werden heute immer noch intensiv landwirtschaftlich genutzt um Mais, Kartoffeln, Bohnen, Gemüse und Obst anzubauen.

Colca Tal auf dem Weg zum Cruz del Condor - Colca Canyon - Chivay- Peru

Das Tal zu Beginn des ca. 70 km langen Colca Canyons ist zuerst noch sehr breit und sieht relativ flach und grün aus.

Von Kilometer zu Kilometer verschieben sich aber die Verhältnisse – die Schlucht wird mächtiger und der Rio Colca frisst sich immer tiefer und tiefer in den Canyon hinein.

Je nachdem, ob man die Tiefe des Canyons vom höchsten Berggipfel aus direkt an der Schlucht bis zum Río Colca misst oder vom Rand der Schlucht, ist der Canyon zwischen 3.400 m und 1.200 m tief. Der Grand Canyon in USA ist dagegen an seiner tiefsten Stelle „nur“ 1.800 m tief. Damit ist der Colca Canyon fast doppelt so tief wie der Grand Canyon.

Colca Tal auf dem Weg zum Cruz del Condor - Colca Canyon - Chivay- Peru

Auf unserem Weg zum „Kreuz des Kondors“ halten wir immer mal wieder an, um die Mächtigkeit dieser Schlucht besser sehen und erspüren zu können.

Einmal wird uns sozusagen die Aussicht von diesen zwei sehr traditionell gekleideten Mädchen versperrt. Sie erklären uns mehr oder weniger, dass die Landschaft nur in Verbindung mit ihnen wahrlich zur Geltung kommt 🙂

Peruanische Mädchen auf dem Weg zum Cruz del Condor - Colca Canyon - Chivay- Peru

Wer könnte da nein sagen! Sie sind tatsächlich sehr hübsch anzusehen, aber niemand kann mit den Charme und die gute Laune meiner kleinen Prinzessin von Yanque mithalten 😀 Und manchmal dauert es ein bisschen mit dem Lachen, wenn man wegen der Touristen so früh aufstehen muss!

Wir machen ein kurzen Stop in Maca – einen sehr kleinen Ort am Wege – direkt am Fuße des 5.976m hohen Vulkans Sabancaya. Maca’s Wahrzeichen ist eine alte spanische Kirche.

Kirche Maca auf dem Weg zum Cruz del Condor - Colca Canyon - Chivay- Peru

Alles rund um Maca steht allerdings auf den sehr wackeligen Beinen des Vulkans. Kleine Erschütterungen gehören beinahe zum Alltag, aber auch große Erdbeben haben immer wieder viele Teile des Ortes zerstört.

Verkaufsstände Maca auf dem Weg zum Cruz del Condor - Colca Canyon - Chivay- Peru

Auf der „Hauptstraße“ zur Kirche finden sich viele Verkaufsstände oder Peruaner, die sich für Fotos mit ihren Tieren – meist riesigen Greifvögeln – anbieten. Vielleicht ist dies schon einmal als Vorgeschmack auf die Kondore gedacht 🙂

Falke Maca auf dem Weg zum Cruz del Condor - Colca Canyon - Chivay- Peru

Auch wenn der Kondor der absolute Star bei den Bewohnern des Colca Canyons ist, gibt es hier auch noch jede Menge anderer beachtenswerter Tiere wie: Füchse, vereinzelt ein Puma, Riesenkolibris, Chinchillas, Chile-Flamingos, Andengänse und natürlich Alpakas & Lamas.

Colca Tal auf dem Weg zum Cruz del Condor - Lama Colca Canyon - Chivay- Peru

 

Mirador la Cruz del Cóndor & die Könige der Lüfte: Anden-Kondore

Bei den Aussichtsterrassen beim Kreuz des Kondors – „Mirador la Cruz del Cóndor“ – zeigt der Canyon schon seine gewaltige Schönheit. Kein Wunder, dass sich die Anden-Kondore diesen Ort ausgesucht haben, um zu brüten und sich von den immensen Aufwinden in der Schlucht tragen zu lassen.

Aussichtsplattform Cruz del Condor - Lama Colca Canyon - Chivay- Peru

Wir haben Glück, das Wetter ist sonnig und trocken und bietet eine perfekte Thermik. Also beste Voraussetzungen! Wir warten ca. 20 Minuten bevor wir die ersten Kondore sehen. Es sind Männchen und sie sind noch weit entfernt.

Nach und nach kommt immer wieder ein neuer hinzu und ein anderer segelt davon. Inzwischen kommen sie schon näher. Sie sind einfach faszinierende, majestätische Vögel und ihr Flug ist herrlich anzusehen.

Kondor Cruz del Condor - Lama Colca Canyon - Chivay- Peru

Die Flügelspannweite des Kondors – dem größten fliegenden Vogels der Welt – erreicht über 3 Meter! – in der Regel liegen die Männchen zwischen 2 und 3 Metern und wiegen bis zu 15 kg.

Kondore Kreuz des Kondors - Colca Canyon - Chivay- Peru

Männliche Andenkondore sind schwarz. Sie haben an der Oberseite weiße bis silberne Deckfedern, einen weißen Kragen und einen wulstigen Kamm auf dem Kopf. Die Weibchen sind kleiner, erheblich leichter und ebenfalls schwarz. Die Jungvögel haben ein braunes Gefieder und wie die Weibchen keinen Kamm.

Kondore Kreuz des Kondors - Colca Canyon - Chivay- Peru

Anden-Kondore sind monogam. Sie nisten auf Felssimsen und Plattformen. Das Weibchen legt ein Ei pro Jahr und brütet es in ca. 60 Tagen aus. Die Jungtiere sind Nesthocker und werden von den Eltern zwei Jahre lang versorgt.

Anden-Kondore sind hauptsächlich Aasfresser. Sie können mehrere hundert Kilometer am Tag zurücklegen, wobei sie die Aufwinde im Andengebirge geschickt nutzen, um Energie zu sparen. So fliegt der Kondor auch einfach mal an die ca. 300 km entfernte Küste Perus, wo er den Seevögel-Kolonien ihre Eier klaut oder die Plazentas der gerade geborenen Seelöwen frisst. Mit Hilfe der Aufwinde und seines außergewöhnlichen Flugverhaltens kann ein Kondor auch bis auf 7.000 m Höhe aufsteigen! Wie großartig ist das denn?

Kondor Cruz del Condor - Lama Colca Canyon - Chivay- Peru

Junge Kondore werden von älteren Vögeln in einer Art „Flugschule“ in den Flugkünsten unterrichtet. Dabei lernen die Jungvögel die Landschaft mit ihren Besonderheiten kennen. Die Flugrouten sind für unerfahrene Jungtiere anders als für die erfahreneren Anden-Kondore. Anden-Kondore werden ca. 40 Jahre alt in freier Wildbahn und erreichen eine Fluggeschwindigkeit von bis zu 55 km/h.

Für die Quechuas hat der Tod eines Kondors, dem König der Anden, etwas Beunruhigendes. Anscheinend fliegt er am Ende seines Lebens so hoch hinauf wie möglich, geht über in einen Sturzflug, bei dem er hohe Geschwindigkeiten erreicht und beendet sein Leben indem er in eine Bergwand stürzt.

Kondore Kreuz des Kondors - Colca Canyon - Chivay- Peru

Lange galt der Kondor als unumschränkter König der südamerikanischen Lüfte.  Als das Gebirge noch von Indios bewohnt wurde, die in Eintracht mit der Natur lebten und in vielen Tieren auch ihre Gottheiten sahen, war der Kondor hoch verehrt. Mit den westlichen Siedlern kamen vor allem Schafe in Herden. Leichte Beute für Pumas & Co und damit auch für die Kondore. Vom König der Lüfte wurden sie zum Feinbild der Farmer und gejagt. Aber auch vergiftete Ködertiere dezimierten ihren Bestand gefährlichst.

Wir haben etwas mehr als 2 Stunden Zeit um hier den Königen beim Segeln zuzusehen. Das ist unbeschreiblich!  Majestätisch zieht der Nationalvogel Perus seine Kreise unter einem tiefblauen Himmel, vorbei an Felsenwänden, hinunter in den Canyon, um dann 200 m weiter wieder aus dem Nichts aufzutauchen.

Kondore - Aussichtsplattform- Kreuz des Kondors - Colca Canyon - Chivay- Peru

Einmal fliegt ein riesiges Männchen nur wenige Meter über unsere Köpfe hinweg. Kannst du dir das Gefühl vorstellen, wenn ein 3 Meter großer Vogel über dein Kopf hinweg segelt und du für einen Bruchteil einer Sekunde ganz von seinem dunklen Schatten verschlungen wirst? Ein Gänsehaut-Gefühl, weil du in diesem Moment genau fühlst, warum dieser Vogel der König der Anden ist.

 

Die Zeit geht viel zu schnell vorbei. Und die Anden-Kondore werden weniger. Während zu Hochzeiten auch einmal 10 bis 15 Exemplare irgendwo in Sichtweite sind, gibt es jetzt nur noch vereinzelt einen Jungvogel zu sehen. Als auch diese sich davon machen und nicht wieder kommen, verlassen auch wir den Mirrardor.

Kondore Kreuz des Kondors - Colca Canyon - Chivay- Peru

Glücklich und unendlich berührt von den majestätischen Seglern und dem Gesehenen der letzten 2 Stunden machen wir uns auf den Rückweg nach Arequipa – von hier aus sind es immerhin knapp 200 km.

Gut, dass wir die ganzen Stops schon auf dem Hinweg gemacht haben, denn jetzt bin ich einfach so glückselig, dass ich gerade wenig Raum für irgendetwas anderes in meinem Kopf frei habe 😉

 

Meine Tipps:

  • Jeder Touranbieter in Arequipa bietet Touren in den Colca Canyon an. Der Vorteil: es sind organisierte Bus-Touren mit einer Übernachtung in Chivay bzw. Umgebung. Du brauchst dich um nichts kümmern.
  • Es gibt auch viele Angebote, die die Besichtigung der Kondore mit einem 2 oder mehrtägigen Trekking hinunter in das Colca Tal verbinden. Beste Trekking Zeiten sollen April & Juni sein. Für den Colca Canyon ist ein Boleto Touristico notwendig, das auch im Tal kontrolliert wird 🙂
  • Wer ein bisschen mehr Zeit hat, kann diese Touren ganz einfach auch ohne Touranbieter auf eigene Faust durchführen und entweder einen Guide für die Wanderung in Chivay buchen oder sich sogar alleine auf die Wanderung machen.

Colca Tal auf dem Weg zum Cruz del Condor - Colca Canyon - Chivay- Peru

  • Die Hauptsaison bzw. die beste Wahrscheinlichkeit um die Kondore sehen zu können, ist zwischen Mai und November. Zu der Zeit ist es am trockensten und es herrschen gute thermische Bedingungen im Tal. Bei Regen segeln die Kondore nicht 🙂
  • Weil die Kondore vor allem die Thermik nutzen und diese am frühen Morgen und am späten Nachmittag am stärksten ist, ist zu dieser Zeit die Wahrscheinlichkeit auch am größten, sie sehen zu können.

 

Canaconde – Wer Lust hat kann auch vom Mirador la Cruz del Cóndor ca. 14 km weiter nach Canaconde entweder zu Fuß gehen oder einen Bus anhalten. Canaconde bietet sich ideal für Trekking Touren im Colca Canyon an und ist noch weit untouristischer als Chivay. Vor allem kann von Canaconde auch die wenig genutzte und landschaftlich schöne Strecke über Huambo zur Küste genommen werden.

 

Dass auch schon die Anfahrt von Arequipa nach Chivay Peru von seiner schönsten Seite zeigt, davon kannst du dich im Teil 1: Colca Canyon – Von Arequipa nach Chivay – Pampas, Pässe, Brauchtum & Trachten überzeugen!

Pampa Cañahuas von Arequipa nach Chivay Colca Canyon - Peru

 

Hast du jetzt Lust bekommen dir diese majestätischen Könige des Colca Canyons selbst anzusehen? Ein unvergesslich schönes Erlebnis das ist sicher!

 

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