Oodnadatta Track – Alle Outback Highlights von Marree bis William Creek

Oodnadatta Track - Wabma Kadarbu Mound Springs: Blanche Cup - South Australia

Der Oodnadatta Track ist eine der bekanntesten Outback Pisten Australiens, die Marree, William Creek & Oodnadatta mit Marla verbindet. Auf den ersten 200 km befinden sich die vielfältigsten Highlights: Kunst, heiße Quellen, Dog Fence, Lake Eyre & grandiose Ausblicke!

Mittlerweile ist der Oodnadatta Track beinahe eine Outback Autobahn im Norden von Südaustralien. Fahrtechnisch vielleicht keine Herausforderung, aber mit all seinen spektakulären Highlights, die sich zwischen Marree und William Creek befinden, ein absolut sehenswerter Outback Abschnitt.

Mutonia Sculpture Park, Dog Fence, die überwältigend schönen warmen Quellen des Großen Artesischen Becken, dem Lake Eyre sind nur einige der Attraktionen auf dem Oodnadatta Track.

Wissenswertes über den Oodnadatta Track

Der über 600 km lange Oodnadatta Track ist eine der bekanntesten Outback Routen, die von Marree entlang der Old Ghan Bahnlinie in Richtung Norden verläuft, um in Marla am Stuart Highway zu enden.

Oodnadatta Track verläuft entlang der Ghan Bahnlinie - Outback South Australia

Der Track folgt einer alten Handelsroute der australischen Ureinwohner. Dies war im 19. Jahrhundert auch die Route des Entdeckers John McDouall Stuart. Aufgrund der Verfügbarkeit von viel Wasser wurde dieser Route  auch für die Streckenführung der Old Ghan Bahnlinie und für die Overland Telegraph Line gewählt.

Oodnadatta Track - Jede Menge Spaß im Mutonia Sculpture Park - Outback South Australia

Diese halb-trockene Wüstengegend führt entlang einiger Ruinen an der verfallenen Old Ghan Bahnlinie, streift den größten Outback Skulpturen Park, führt entlang vieler artesischer Quellen, Wasserlöchern und dem größten Binnensee Australiens. Ein Highlight jagt das andere.

 

Marree – Start des Oodnadatta Tracks

Marree zählt zwischen 50 und 80 Einwohner und ist ein kleiner Dreh- und Angelpunkt inmitten von South Australias Outback. Hier enden der von Nordosten kommende Birdville Track, der von Süden von Leigh Creek kommende The Outback Highway und Marree ist der südliche Punkt und Start des Oodnadatta Tracks.

Oadnadatta Track - Landschaft bei Marree - Outback South Australia

Außer einer alten Ghan Lokomotive, einer schönen BBQ Area und einem kleinen Outback Shop, Tankstelle & Restaurant hat der winzige Ort nicht viel zu bieten. Jeden Juli erwacht der kleine Ort allerdings kurz aus seiner Lethargie: in der Nähe von Marree wird dann der Marree Camel Cup, ein Kamelrennen, veranstaltet.

Oodnadatta Track - kerzengerade, gut befahrbare Piste - Outback South Australia

Von Marree zweigt der Oodnadatta Track auf dem ersten Teilstück kerzengerade in Richtung Westen ab. Die Landschaft ist absolut flach und der Blick in diese unendlich weite, selbst für Frühling ungewöhnlich grünen Wüstenlandschaft, wird höchstens einmal aufgefangen, von einem einsamen Baum oder einigen verlassenen Ruinen, die die Neugier wecken und gut für einen kleinen Stopp sind.

Oodnadatta Track - Wangianna Siding: verfallene Ruinen - Outback South Australia

Wangianna Siding ist eine dieser verlassenen Ansiedlungen entlang der Old Ghan Railway, die den Süden Australiens mit dem Norden verbinden sollte. Die interessante Geschichte zur Old Ghan Railway & der Eisenbahngeschichte von Südaustralien kannst du hier nachlesen & in Quorn sogar noch aktiv miterleben: Pichi Richi Railway – Mit einer historischen Dampflok durch die Flinders Ranges

 

Dog Fence – das längste Bauwerk der Welt!

Das erste Highlight, dem du im Outback an vielen Stellen begegnen wirst, ist der Dog Fence oder auch Dingo Zaun.

Dieser ohne Unterbrechung erbaute Dingozaun reicht von der Küste in Queensland, über den Norden von New South Wales, bis zur Küste im westlichen Südaustralien. Einst war er über 8.600 km lang. Dann wurde er gekürzt und ist heute noch über 5.600 km lang.

Oodnadatta Track - Dog Fence oder Dingozaun: das längste zusammenhängende Bauwerk der Welt - Outback South Australia

So unscheinbar dieser Maschendrahtzaun auch sein mag, er ist damit das längste von Menschenhand errichtete Bauwerk der Welt! 😄 Er wurde errichtet, um die Schafherden im Süden von den Dingos und Füchsen zu schützen.

Mehr zum Dingozaun kannst du hier nachlesen: The Breakaways – Wenn Natur 3D-Gemälde malt: Grandiose Farben & Formen

Giftigste Schlange der Welt: Inland Taipan - Oodnadatta Track - South Australia

Wir begegnen auch hier wie noch zwei weitere Male einer Inland Taipain. Die giftigste Schlange der Welt. Ihr Gift reicht aus um 250 Menschen zu töten. Gut, dass sie sehr scheu ist und vor Menschen flieht 😊

 

Mutonia Sculpture Park bei Alberrie Creek

Nur ca. 50 km westlich von Marree grüßen von weitem schon einige der riesigen Skulpturen des Mutonia Sculpture Parks bei Alberrie Creek. Auch wenn sie von weitem noch nicht wirklich auszumachen sind, so fängt diese Abwechslung, diese Unterbrechung der Eintönigkeit, sofort alle Aufmerksamkeit der Oodnadatta Track Fahrer ein.

Mutonia Sculpture Park - Plane Henge - Oodnadatta Track - Outback South Australia

Der Mutonia Sculpture Park grenzt direkt an den Oodnadatta Track an und ist nicht zu übersehen. Die zwei ausgemusterten alten VW Kombis, die das Eingangstor zum Skulpturen Park ausgemacht haben, kann ich nicht mehr finden, sondern nur ein kleines Gate, das sich direkt bei dem „Plane Henge“ befindet.

Der Begriff „henge“ stammt aus dem Angelsächsischen und bezeichnet eine torartige Struktur. Diese Flugzeug-Tor wurde aus zwei Beechcraft Baron Leichtflugzeugen geschaffen und mit einer Gruppe von ca. 50 Helfern aufgestellt. Sehr cool!

Mutonia Sculpture Park - Plane Henge Rückseite - Oodnadatta Track - Outback South Australia

„People’s reaction when they come past here is a mixture of amazement and amusement, fascination, as there are plenty of questions floating around in their heads, I think, as to why and what all this is about.“ Ein Zitat aus einen ABC New Interview von Robin Cooke, dem Künstler, der diese Skulpturen erschaffen hat.

Es lohnt sich sehr für diese Freiluft-Ausstellung genügend Zeit zu nehmen und auf Entdeckungstour zu gehen. Die Skulpturen befinden sich auf einem riesigen Gelände überall verstreut. Es ist hier so viel Bestaunenswertes zu entdecken!

Mutonia Sculpture Park - Faszinierende Skulpturen auf dem Oodnadatta Track - Outback South Australia

Jedes Jahr im Winter kommt Robin „Mutoid“ Cooke zurück zum Mutonia Sculpture Park, um eine neue Skulptur zu bauen.

Der ehemalige Mechaniker, Robin Cooke, der sich zu einem genialen Künstler gemausert hat, ist Mitbegründer der Mutoid Waste Company (MWC). Er ist 1997 in Alberrie Creek nach einem Protest gegen die Uranium abbauenden Bergwerk-Industrie hängengeblieben.

Mutonia Sculpture Park - Tolle Skulpturen: Uhrenbaum - Oodnadatta Track - Outback South Australia

Er setzt ein Statement, denn all seine Skulpturen entstehen aus Industrie-Abfällen. Nach seinen eigenen Worten, sieht er seinen Auftrag erst als beendet, wenn es keinen Abfall mehr zum Recyceln gibt. Ein weiterer Beweis, dass auch in allem Negativen so viel Potential für Positives steckt.

Ich bin absolut begeistert von diesem famosen, gigantischen Outback Skulpturen im hierher Mutonia Sculpture Park! Definitiv ein Highlight für Entdecker, Fantasten & alle, die herzlich gerne laut Lachen!

Mutonia Sculpture Park - Faszinierende Skulpturen - Oodnadatta Track - Outback South Australia

Der Oodnadatta Highway verläuft weiter immer entlang des langsam dahin verrottenden Schienensystems der Old Ghan Railway, die meist nur zu erkennen sind, wenn sie gerade einmal wieder mittels einer Brücke einige der Zuflüsse des Lake Eyres überqueren.

Lustig aussehender Shingleback Lizard oder Tannenzapfenechse - Oodnadatta Track - Outback South Australia

Diese Tannenzapfenechse  (engl. Shingleback Lizard) hatte ich wenige Tage zuvor zum ersten Mal bei Broken Hill gesehen und seither begegnet uns diese lustig aussehende Echse beinahe jeden Tag.

 

Faszinierender Lake Eyre: Lake Eyre Lookout – Level Post Bay – Halligan Bay

Nach gut 60 km von Marree aus zeigt ein Wegweiser zum Lake Eyre Lookout. Von hier hat der Besucher einen grandiosen Ausblick auf den Lake Eyre South, der hier 12 Meter unter dem Meeresspiegel liegt.

Wunderschöner Lake Eyre South - Lookout am Oodnadatta Track - South Australia

Von hier hat der Besucher einen direkten Zugang zum größten Salzsee, der durchschnittlich alle 10 Jahre, wenn er genügend geflutet wird, zum größten Binnensee Australiens wird.

Lake Eyre South - größter Salz- & Binnensee Australiens - South Australia

Neben dem Lake Eyre Lookout direkt am Oodnadatta Track liegend, gibt es zwei weitere Möglichkeiten, den Lake Eyre erleben zu können.

Von Marree aus geht es über eine 100 km lange Outbackpiste, den Level Post Track, zur Level Post Bay am Lake Eyre North. Davor führen einige Tracks auch an den Lake Eyre South.

Nordost-Ufer Lake Eyre South - Nahe Level Post Bay - South Australia

Kurz vor William Creek gelangt der Besucher nach 60 km Outbackpiste zur Halligan Bay am Lake Eyre North und dem mit 15 m unter dem Meeresspiegel tiefsten Punkt Australiens.

Mir unbekannter, hübscher "Little Dragon" - Lake Eyre North - South Australia

Die Highlights und was du von welchen Zugängen zum Lake Eyre erwarten kannst, Abenteuer, Wildblumen-Wiesen auf Sanddünen und außergewöhnliche tierische Begegnungen kannst du hier nachlesen: Lake Eyre – Wachgeküsst! Suche nach Wasser & Leben auf Australiens größtem Salzsee

 

Curdimurka – Monster im Outback

Curdimurka ist ebenfalls eine weitere ehemalige, verfallene Railway Station entlang des Oodnadatta Tracks.

Heute sind der Wasserturm, die Entsalzungsanlage und ein paar Ruinen die letzten Zeitzeugen. Es gibt einen einfachen Campground hier bei dem Curdimurka Siding.

Der Name Curdimurka stammt von dem Aboriginal Wort „Kadimakara“. So bezeichneten die furchtsamen Ureinwohner die Monster, die unter der Lake Eyre Region lebten und jedem nach dem Leben trachteten, der es wagte dieses Gebiet zu betreten.

Oodnadatta Track - Curdimurka Siding - Outback Southern Australia

Curdimurka Siding ist eine der besterhaltenen Stationen entlang der Ghan Railway. Was sie den Anstrengungen der Ghan Railway Preservation Society in Adelaide zu verdanken hat. Um Gelder für die Restaurierung und zum Schutz dieser Bahn-Stationen aufbringen zu können, wurde hier alle 2 Jahre im Oktober der spektakuläre „Crudimurka Outball Ball“ gefeiert.

4000 – 5000 Besucher kamen hier angereist, um ein Wochenende durchzutanzen. Die High-Society in ihren Privatflugzeugen oder das gemeine Volk mit ihren 4WDs. Dafür wurde eigenes eine riesige Tanzplattform aus Holz gebaut. Geschlafen wurde in mehr oder weniger schicken Zelten. Ich konnte leider nicht herausfinden, ob es diesen Ball immer noch gibt.

 

Wabma Kadarbu Mound Springs Conservation Park

Entlang des Oodnadatta Tracks zwischen dem Lake Eyre Lookout und William Creek befinden sich viele heiße Quellen, die von dem Großen Artesischen Becken (Great Artesian Basin) gespeist werden. Die Hügel bei den Mound Springs sind schon von weitem zu erkennen.

Oadnadatta Track - Mound Springs Anfahrt: Lehm-Salz-Landschaft - South Australia

Der kurze Abzweig von dem Oodnadatta Track führt durch eine surreale ausgetrocknete Salz-Lehm-Landschaft. Die schönsten, farbenprächtigsten & sagenumwobenen Quellen sind die Wabma Kadarbu Mound Springs auf halben Wege zwischen Marree und Williams Creek.

Vom Parkplatz aus führt ein kurzer Spaziergang zum „The Bubbler“ und zum „Blanche Cup“. Alle Quellen im Wabma Kadarbu Mound Spring Conservation Park sind ein Teil der vielen Wüsten-Quellen, die zur Lake Eyre Supergroup gehören.

 

The Bubbler

Auf einem Holzsteg geht es wenige Meter hinauf zu einer Aussichtsplattform von der der Besucher sowohl auf die artesische Quelle als auch herrlich in die endlose Weite dieser Wüstenlandschaft blicken kann.

Mound Springs - The Bubbler - Oodnadatta Track - Outback Southern Australia

Die Farben um die Quelle heben sich extrem von der weiß-lehmfarbigen Umgebung ab und sind so intensiv, dass ihre Leuchtkraft fast blendet. Absolut WOW!

Bei den Mound Springs („Quellenhügel“) handelt es sich um warme Quellen, die alle auf kleinen Hügeln liegen.

Mound Springs - The Bubbler: Auswürfe - Oodnadatta Track - Outback South Australia

The Bubbler hat seinen Namen erhalten, weil in kurzen Zeitabständen immer wieder kleine Wasserblasen heraus geschleudert werden. Bevor der Uranium Abbau 42 Millionen Liter Wasser pro Tag dem Artesischen Becken entzog, war hier ein Springbrunnen von mehr als einem Meter zu sehen. Jetzt sind die Ausstösse wegen der fehlenden Wassermassen sehr viel niedriger.

 

Blanche Cup & Blick auf Hamilton Hill

Der Blanche Cup ist ein weiterer Mound Spring, der ca. 5 Meter hoch ist. Ein weiterer herrlicher kleiner Lookout mit Farben, die schöner nicht sein könnten.

Wabma Kadarbu Mound Springs - Blanche Cup: Grandiose Farben & Ausblick - Oodnadatta Track - South Australia

Einige der Mound Springs der Lake Eyre Supergroup sind um die 5 Meter andere um die 25 Meter hoch.

 

Die Legende von Dirga, Bidalina & Wabma Kadarbu

Das Gebiet um die Quellen hier, ist und war natürlich auch von großer Bedeutung und einer der Handelswege der Aboriginal People von Australien. Und wie immer gibt es zu solchen Orten eben auch Legenden und Dreamtime Stories.

Der großer Jäger und Kuyani Älteste, Kakakutanha, verfolgte und jagte die gigantische, sagenumwobene Regenbogen-Riesenschlange Kanmari. Er grub nach ihr und fand sie in diesem heutigen „The Bubble“ Mound Spring.

Wabma Kadarbu Mound Springs - Bubbler Legende - Oadnadatta Track - South Australia

Er zog die Schlange hier aus der Erde und tötete sie. In der warmen Quellen beim „The Bubbler“ sind ständig Bewegungen der verschiedenen Sand- & Lehmfarben zu sehen (Bidalina). Für die Aboriginals zeigen diese Farbspiele wie sich die Schlange im Kampf gewunden hat.

Es ist wunderschön hier zu stehen und den Blubbern & den Zeichnungen auf dem Grund der Quelle zuzusehen. Gleichzeitig fühlt sich dies aber auch ein bisschen gruselig an mit der Legende im Hintergrund.

Oodnadatta Track - Wabma Kadarbu Mound Springs: Blanche Cup - South Australia

Beim Blanche Cup oder von den Aboriginals Dirga genannt errichtete der Jäger eine große Feuerstelle und kochte die Schlange. Den Kopf der Schlange warf er weg und er ist im Hintergrund als Hügel zu erkennen: Hamilton Hill.

Kakakutanhas Frau war so zornig, dass sie nichts von dem besten Fleisch der Regenbogen-Schlange abbekam, dass sie ihren Mann verfluchte. Kakakutanha schaffte es noch bis Kudna-ngampa (Curdimurka), wo er einem qualvollen Tod erlag.

 

Coward Springs

Coward Springs oder Pitha Kalti-kalti liegt nur wenige Kilometer weiter und ist ebenfalls ein Ort mit heißen Quellen und heute eine Farm mit einem Campingplatz.

Eine der heißen Quellen wurde so ausgebaut, dass sie gegen ein kleines Entgelt als Whirlpool inmitten der Wüste genutzt werden darf.

Coward Springs - Oodnadatta Track - Outback South Australia

Wobei Wüste nicht mehr ganz korrekt ist. 1886 ist hier ein Bohrloch mit heißem Wasser abgesunken und wurde nicht richtig verschlossen. Statt Wüste befindet sich hinter dem „Whirlpool“ nun ein künstliches Feuchtgebiet. Heute ist hier, wie übrigens auch in Marree, Oodnadatta und Lake Harry (Birdsville Track), eine Dattelpalmen Plantage zu sehen.

 

Stay Safe – Humor & ein tolles Mantra

Ich liebe die Farbe Pink, den australischen Humor und Wortspielereien. Nichts könnte farblicher mehr herausstechen als dieser pinke Safe inmitten der Hügellandschaft.

Als ich das erste Mal hier mit dem Motorrad vorbei komme, lege ich tatsächlich eine staubige Vollbremsung hing um, den Tresor, die Farbe und das Ambiguitäten-Wortspiel mir ein bisschen näher anzusehen und herzlichst zu lachen.

Stay Safe: Australischer Humor & Ambiguitäten - Oodnadatta Track - Outback Australia

Ambiguitäten sind Doppeldeutigkeiten. Fällt dir diese Doppeldeutigkeit auch direkt ins Auge? „Stay safe“ – bedeutet ein bisschen holperig übersetzt sowohl „Tresor, bleib hier stehen!“ als auch „Sei immer sicher unterwegs!“. Wie cool!

 

Strangways Springs & Repeater Station

Knapp 40 km südlich von William Creek geht eine kurze Abzweigung zu den Strangways Springs. Sie gehören ebenfalls zu der Lake Eyre Supergroup von Quellenhügeln, die aus dem Artesischen Becken gespeist werden (wurden).

Wildblumen - Strangway Springs - Oodnadatta Track - Outback South Australia

Strangways Springs war einer der ersten Landwirtschaftsbetriebe in dieser Region. Sie waren aber auch eine der ersten Farmen, die lernen durften, was das Leben im Outback auch bedeuten kann. In der schlimmen Dürreperiode von 1864 – 1866 verlor die Farm ⅔ ihres Viehbestandes.

Ausgetrocknete Strangways Springs - Oodnadatta Track - Outback South Australia

Strangways Springs wurde 1870 an die Regierung von South Australia verkauft und es wurde hier eine Repeater Station („Verstärkerstation“) für die Overland Telegraph Line errichtet. Der Farm-Hauptsitz wurde von Strangways Springs nach Anna Creek verlegt.

Anna Creek ist heute mit bis zu 200.000 Rindern die größte Rinderfarm der Welt ist. Das unvorstellbar riesige Farmland hat eine Fläche, die Mecklenburg-Vorpommern entspricht bzw. knapp so groß wie Belgien ist!

Oodnadatta Track - Strangways Springs: Spaziergang - Outback South Australia

Von der kleinen Siedlung sind heute noch einige Ruinen zu sehen. Die Ruinen befinden sich direkt bei den Quellen. Ein kurzer Spaziergang führt den Besucher durch eine Landschaft mit heute leider ausgetrockneten Quelllenhügeln und weiten Ausblicken auf die typische Oodnadatta Wüsten-Landschaft.

Oodnadatta Track - Strangways Springs: Quellenhügel - Outback South Australia

Auf dem ganzen Oodanatta Track gibt es unzählige dieser Quellen, wie hier haben aber die meisten heute kein Wasser mehr, weil große Bergbauunternehmen wie z.B. BHP Billiton hier täglich 42 Mio Liter für die Uranium-Produktion aus dem Artesischen Becken pumpt.

Nur für die Extra Harten:Oodnadatta Track mit dem Fahrrad - Outback South Australia

Wieder zurück auf dem Oodnadatta Track begegnen wir diesem Radfahrer. Ich bin ja für vieles zu haben, aber mindestens 400 km auf einer staubigen Outback Piste? Das ist dann doch wohl eher nichts für mich.

Oodnadatta Track - Lustig aussehende Bearded Dragon oder Bartagamen - Outback South Australia

Du darfst die Augen gut aufhalten, dann wirst du trotz Wüste viel Leben entdecken. Lacht uns da dieser lustig aussehende Bartagamen (engl. Bearded Dragon) an oder streckt er uns etwa nur die Zunge heraus? Was meinst du? 🙃

 

Irrapatana Sandhills & Lake William

Nur einige Kilometer weiter kommen wir vorbei an den Irrapatana Sandhills. Auf unserer „Mud Map“ Karte, so nennen die Australier die einfachen, händisch skizzierten Karten, sieht es so aus, als ob es eine Zufahrt zu den leuchtend roten Irrapatana Sanddünen geben würde.

Oodnadatta Track - Mud Map & Karte mit Sehenswürdigkeiten - South Australia

Wir fahren aufmerksam auf dem Oodnadatta Track entlang, den Blick immer nach links gerichtet, können aber keine Zufahrt zu den Irrapatana Sandhills entdecken. Schon an der leuchtend roten Farbe der Irrapatana Sandhills ist zu erkennen, dass es sich um die letzten Ausläufer der sagenhaft roten Simpson Desert handelt.

Irrapatana Sandhills: Ausläufer Simpson Desert - Oodnadatta Track - Outback South Australia

Vielleicht gibt es auch keine Zufahrt? Auch kein Beinbruch, denn auch der Ausblick vom Oodnadatta Track ist sehr beeindruckend.

Ungefähr später 20 km taucht ebenfalls auf der linken Seite der Salzsee Lake William auf. Etwas erstaunt wundere ich mich, dass der Lake William richtig mit Wasser gefüllt ist. Ein See inmitten der Wüste. Sehr cool!

Lake William - Oodnadatta Track - Outback South Australia

Vermutlich ist dies aber eher eine Seltenheit und nur ein kleiner Trost, kein Wasser im Lake Eyre gefunden zu haben. Wir genießen trotzdem den Anblick auch wenn wir hier ebenfalls von nicht wirklich nahe an den Lake William gelangen.

 

William Creek

Nur etwa 5 km – genau zwischen Lake William und William – geht es rechts ab zur Halligan Bay am Lake Eyre. Halligan Bay ist die beste Option, wenn der Lake Eyre geflutet ist. Wir finden dort den zauberhaften Lake Eyre Dragon und eine andere mini-kleine Echsen-Art.

Zauberschöner, winziger Lake Eyre Dragon - Halligan Bay - endemisch in South Australia

William Creek besteht aus einem Outback-Hotel mit einem typischem, lustig-schrägen Outback-Pub, einer Tankstelle (die einzige zwischen Marree, Coober Pedy & Oodnadatta), einem Campground und vielleicht zwei oder drei weiteren Hütten – die Einwohnerzahl liegt vermutlich zwischen 8 – 12 😊

William Creek hat sogar eine Landepiste, von der auch für Scenic Flights angeboten werden, wenn der Lake Eyre gerade einmal wieder unter Wasser steht.

William Creek - Oadnadatta Track - Outback South Australia

William Creek liegt übrigens schon auf dem Land von Anna Creek, der größten Farm der Welt

 

Von William Creek nach Coober Pedy oder Oodnadatta?

Wer in William Creek angekommen ist hat zwar erst ein Drittel des 617 km langen Oodnadatta Tracks hinter sich, allerdings ist dies auch der schönste und vielseitigste Abschnitt des ganzen Tracks.

Wer Zeit und mehr Lust auf Wüste hat, kann weitere, beinahe kerzengerade 200 km bis nach Oodnadatta fahren. Dann wird wieder eine Entscheidung fällig: zurück nach Coober Pedy oder weitere 210 km nach Marla, wo der Oodnadatta Track endet und auf den Stuart Highway trifft.

William Creek - Wegweiser - Oodnadatta Track - Outback South Australia

Die weiteren Oodnadatta Strecken bringen keine neuen landschaftlichen Eindrücke mehr. Wie bereits erlebst, geht es einfach noch 400 km weiter durch flache rote Wüste. Das einzige weitere Highlight – die Painted Desert – befindet sich ca. 90 km südwestlich von Oodnadatta unweit der Kempe Road, die zurück nach Coober Pedy führt.

Dasselbe überwältigende Landschaftsbild und dieselbe Farbenpracht wie die Painted Desert zeigt sich auch direkt nördlich von Coober Pedy im The Breakaways Reserve.

The Breakaways - The Castle - Coober Pedy - South Australia

Wir entscheiden uns daher von William Creek weiter nach Coober Pedy zu fahren. Auch hier passieren wir die, für diese Gegend typischen, Salzseen oder Salzpfützen, die aber statt weiß-lehmig trocken, dieses Mal noch Wasser aufweisen.

Das ist auch der Grund, warum die Moon Plains kurz vor Coober Pedy nicht eine ausgetrocknete, zerfurchte trostlose, braun-graue Mondlandschaft zeigen, sondern eine unendlich weite Wildblumen-Wiese.

Ein anderer Anblick: Moon Plains nach Regen - The Breakaways - South Australia

Wer je die ausgetrocknete Mondlandschaft gesehen hat, wird sich nicht vorstellen können, dass dies derselbe Fleck Erde ist.

 

Coober Pedy – Opal Suche,  Opal Minen, Leben & Arbeiten unter Tage

Es gibt so vieles zu Coober Pedy zu erzählen, dass ich daraus einen separaten Artikel gemacht habe.

Coober Pedy - Arbeiten in einer Opalmine - South Australia

Was dich in Coober Pedy erwartet, über den Opal-Rausch, das Arbeiten und Leben unter Tage und viele Tipps zu Coober Pedy kannst du hier nachlesen: Coober Pedy – Opal Hauptstadt – Arbeiten & Wohnen unter der Erde

 

Meine Tipps:

  • Bei optimalen Wetterbedingungen kann der Oodnadatta Track inzwischen auch mit einem normalen Straßenauto befahren werden. Ob ich dir das anraten würde? Auf alle Fälle würde ich dir dann raten vorher das Wetter zu überprüfen und über William Creek zurück auf den Stuart Highway nach Coober Pedy zu fahren.
  • So oder so … auch 4WD-Fahrer müssen sich immer nach dem Straßenzustand erkundigen, wenn sie keine 400 km und mehr Umwege in Kauf nehmen wollen. Denn nach heftigem Regen sind viele Pisten gesperrt. Zuwiderhandlungen kosten bis zu 1000 AUD$ pro Rad – Ersatzrad zählt auch mit!

Lake Eyre - 4WD Abenteuer & Off-road Spaß - South Australia

Australische Eisenbahngeschichte - Old Ghan & Commonwealth Railways - South Australia

  • Wenn du nach Coober Pedy kommst, lass dir The Breakaways Reserve nicht entgehen! Weitere Tipps und Empfehlungen findest du unten im Beitrag „Weiterlesen & Inspirieren lassen!

 

Wie gefällt dir dieser Abschnitt des Oodnadatta Tracks von Marree nach William Creek? Kannst du dir eine abwechslungsreichere, buntere, interessantere Wüstenlandschaft vorstellen? Warst du schon dort? Tipps, Fragen, Feedback?

 

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