Spezial: Road Trains – Gigantische Monster-Trucks in Australiens Outback

Road Train at Tree Way Roadhouse Northern Territory

Die gigantischen Road Trains gehören genauso zum Outback, wie die Känguruhs zu Australien!

Es ist schon ein bisschen ein seltsames Gefühl, wenn ich mit einer Enduro auf dem Stuart Highway von einem dieser riesigen Road Trains überholt werde. Je nachdem wie schnell die Road Trains Lust haben über die Highways zu fliegen, rüttelt und schüttelt es mich und das ganze Motorrad durch den Luftabriss mächtig durch und reisst mich aus dem Einerlei des australischem Outbacks und meiner Tagträumerei.

Road Train bedeutet zu deutsch „Straßen-Zug„. Es handelt sich bei ihnen um Monster-Trucks, also riesige Lastwagen-Kombinationen mit besonders langen Anhänger.  Sie werden hauptsächlich im Outback, also in den wenig erschlossenen Gebieten von Australien, eingesetzt, wo eine andere Versorgung z.B. über den Schienenverkehr gar nicht möglich ist. Die Road Trains transportieren und verteilen alles was benötigt wird: Benzin, Güter, Waren, Lebensmittel.

LCV Road Train Northern Territory Australia

Die längsten und schwersten Road Trains gibt es daher auch in Northern Territory und Western Australien. Die am häufigsten frequentierte Strecke von den ganz großen Road Trains ist Darwin – Alice Springs in Northern Territory. Es gibt Road Trains auch im Outback von Queensland oder New South Wales. Dort habe ich aber meist nur die Zugmaschine mit 2 Anhängern gesehen, während in Northern Territory und Western Austalia die Giganten mit 3 riesigen Anhängern über die Straßen donnern.

Monster-Truck Road Train Northern Territory Australia

Wie auch bei uns, sind die Road Train Besitzer super stolz auf ihre riesigen Trucks, die natürlich auch ein Vermögen kosten und wert sind. Oft werden sie mit viel liebe herausgeputzt und liebevoll individualisiert.

Eine der besten Gelegenheiten mit den Fahrern ins Gespräch zu kommen, bieten die typischen australischen Roadhouses, die genau wie die Trucks einfach zum Outback gehören. Welches die schrägsten und verrücktesten Roadhouses am Stuart Highway sind, kannst du hier nachlesen.

Das Three Way Roadhouse hat sich mit seinem Motto ganz auf die Road Trains einstellt:

Treeways Roadhouse Northern Territory Australia

Eine lustige Unterhaltung mit den fast immer gut gelaunten Road Train Fahrern. Sie haben immer viel und spannendes zu erzählen, wenn es ihre Zeit zulässt.

Chat at Treeways Roadhouse Northern Territory Australia

In Städten, Ballungsgebieten, sowie auf den Küsten-Highways und sogar in Victoria sind die ganz großen Road Trains verboten. Oft fahren die riesigen Trucks als Road Trains durch das Outback und in der Nähe von Städten, werden dann einzelne Anhänger abgehängt, so dass sie dann z.B. nur mit einem oder 2 Anhängern weiterfahren können.

In Australien werden die großen Zugmaschinen mit Anhängern und einer Gesamtlänge von mehr als 36,5 Metern als Road Trains bezeichnet. Sie müssen mit einem „Road TrainSchild gekennzeichnet werden. Sie dürfen auf öffentlichen Straßen bis zu 135 Tonnen transportieren. Eine maximale Länge von 56 Metern darf nicht überschritten werden.

Road Train Northern Territory Australia

Die Einschränkungen gelten nur für öffentliche Straßen. Auf den gigantischen Minen-Arealen in Western Australia und Northern Territory dürfen die Road Trains auch länger und schwerer sein. Es soll Road Trains geben, welche bis 200t bewegen!

 

Die „kleineren“ Trucks meist mit 2 Anhängern werden als „Long Vehicle“ gekennzeichnet und transportieren in der Regel bis 80 Tonnen. Sie sind fast in ganz Australien zugelassen mit Ausnahme der großen Stadtzentren.

Double Road Train Northern Territory Australia

Australiens Road Trains sind die größten der Welt und werden auch nur hier Road Trains genannt. Nicht verwunderlich, wenn du die unendliche Weite dieses Landes kennenlernst. Offiziell werden diese Monster-Trucks als „Longer Combination Vehicles – LCV“ bezeichnet. USA, Argentinien, Israel, Kanada nutzen ebenfalls ähnliche Monster-Trucks in ihren entlegenen Gebieten.

Roadtrain in Western Australia

Es muss ein sehr erhabenes Gefühl sein, in dem Führerhaus eines so riesigen Trucks zu sitzen. Ich würde auch gerne einmal einen solchen Truck fahren – ein Stücken auf dem Stuart Highway. Ohne einparken natürlich  :-D

 

Bist du diesen Road Trains in Australien auch schon begegnet? Wo bist du den schönsten & größten Road Trains begegnet?

 

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10 Comments on “Spezial: Road Trains – Gigantische Monster-Trucks in Australiens Outback

  1. Na klar bin ich denen schon begegnet, denn Australien ist meine zweite Heimat. Und ich hatte auch vor vielen Jahren mal die Gelegenheit, so ein Monster selber zu fahren. Es ist schon ein ganz anderes Gefühl mit 86 Rädern im Kreuz. Der Bremsweg kann bis zu einem Kilometer sein, das wissen Touristen nicht und es kommt sehr oft zu heiklen Situationen.

    • Hi Ria,

      das ist ja cool – Mitfahren bei diesen Giganten der Straße. Ich wusste gar nicht, dass sie so viele Räder haben! Das nächste Mal werde ich sie zählen ;)

      Wer die Riesen sieht, sollte eigentlich sich ausmalen können, dass der Bremsweg irre lang ist von den Road Trains. Außer, dass sie mich auf dem Moped beim Vorbeifahren durchgeschüttelt haben, war alles bestens!

      Und vielleicht kann ich dann auch einmal mitfahren – ich lasse es euch dann wissen ;)

      Liebe Grüße
      Petra

    • Da auch beim roadtrain jede achse gebremst wird, sind die bremswege nur geringfügig länger als in Europa. Es wird aus max 100kmh gebremst und nicht wie in Europa aus max 90kmh.

      • Danke für deine Erklärung!
        Selbst, wenn sie einen kurzen Bremsweg hätten, es bleibt immer noch das Gefühl, dass es sich um ein riesiges „Monster“ handelt, gerade wenn man auf einer kleinen Enduro sitzt und sie vorbeidonnern. 😍

  2. Hallo zusammen, ich bin ein grosser Trucker-Fan und möchte unbedingt mal mit einem solchen Road-Train von Alice Springs nach Darwin oder umgekehrt als Mitfahrer mitfahren.
    Wer kann mir sagen, wer so etwas organisiert? Ich war vor 2 Jahren in Australien und seither ein grosser Fan von diesem Land. Dazu noch ein Trucker-Fan. Long-vehicles habe ich schon genügend gesehen, aber mit solch einem Monster, das wärs.
    Ich freue mich von Euch zu hören. Besten Dank im voraus

    • Hallo Charly,

      soweit mir die Trucker-Fahrer erzählt haben, dürfen sie offiziell keine Tramper oder Mitfahrer mitnehmen aus versicherungstechnischen Gründen.
      Mir wurde es zweimal angeboten mitzufahren. Einmal ging es zeitlich nicht und das andere Mal war es mir nicht geheuer 🙂
      Die Trucker-Fahrer sind immer sehr gut drauf und nehmen dich vielleicht sogar mit, obwohl es nicht erlaubt ist. Dass es so etwas in organisierter Form gibt, davon weiß ich leider nichts.

      Ich drücke dir auf alle Fälle die Daumen, dass es in irgendeiner Form klappt. Falls ja, hinterlasse doch bitte einen Kommentar. Ich bin gespannt.

      Viele Grüße
      Petra

      • Hallo liebe Petra
        Ich habe nun alles probiert – die grossen Speditionen angeschrieben, doch leider keine Möglichkeit meinen Wunsch zu erfüllen. Die Begründung liegt darin, dass es heute aufgrund von starken Versicherungsbestimmungen keine Begleitpersonen mitgeführt werden dürfen. Auch ist es dringend untersagt, sogenannte Autostopper mitzunehmen.

        Ich wünsche Dir nun eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit sowie ein erfolgreiches 2018.
        Herzliche Grüsse
        Charly

        • Hallo lieber Charly,

          ja, ich weiß, dass das die Truck-Fahrer aus versicherungstechnischen Gründen keine inoffiziellen Begleitpersonen mitnehmen dürfen.
          Wenn es dir ein Herzenswunsch ist, dann bleibt dir nur die Möglichkeiten, irgendwo bei einen abgelegenen Roadhouse am besten im Outback von Northern Territory oder Western Australia dich mit den Fahrern zu unterhalten.
          Vielleicht – wenn sie deine Geschichte hören – bieten sie dann auch an, dass sie dich ganz gegen alle Vorschriften ein Stück mitnehmen. Nicht jeden im Outback interessieren die Vorschriften. Das kannst du allerdings dann nur spontan erleben.
          Ich drücke dir trotzdem die Daumen!

          Sonnige Grüße
          Petra

  3. G´day Petra,

    ich bin gerade über deinen Artikel gestolpert und finde ihn super !

    2 Jahre lang bin ich selbst in einem „Super Quad“ (4 ganze Trailer mit jeweils 6 Achsen) auf dem Great Northern Hwy in und um Port Hedland gefahren und habe Eisenerz zum Hafen transportiert.

    Ich habe selbst Anhalter oder Gestrandete in meinem LKW mitgenommen. Man lässt ja niemanden am Straßengraben stehen, bei 40 C° und keinem Schatten ist das sogar Lebensgefährlich.

    Zu Dem Brems Mythos… ja die Alle Achsen sind gebremst, auch meist schon mit Scheibenbremsen aber jeder Trailer bremst unterschiedlich stark! Das kann bei einer „Notfall Bremsung“ zum Verhängnis werden da die Trailer schlingern, sich aufbauen und auch manchmal, gerade wenn nicht beladen, überschlagen. Alle Trailer haben auch ABS, aber durch Staub, Hitze und Erschütterung der Dirt Roads funzt es einfach nicht.
    Na klar kann man in wenigen 100m anhalten wenn man will. Aber wenn man die Zeit und den Platz hat nimmt man sich gerne den 1km Bremsweg mit Drosselklappen Bremse in kauf.

    so viel Dazu :)

    Leider kann man hier keine Fotos anhängen, ich hätte euch gerne meinen alten „Jigger“ gezeigt.

    Gruß
    Steffen

    • Hi Steffen,

      toll! Lieben Dank für deine Erläuterung, das klingt absolut plausibel und jeder, der im Outback diesen gigantischen Road Trains begegnet, wird voller Respekt vor den Fahrzeugen und ihren Fahrern sein.
      Den Eisenerz-Road-Trains rund um Port Hedland bin ich beim letzten Australien Besuch auch begegnet. Sehr eindrucksvoll. Eben wie ganz Australien alles XXXL. 😃

      Wenn du magst schicke mir doch dein(e) Foto(s) in größtmöglicher Auflösung an meine Email-Adresse: petra@PassengerOnEarth.com – dann kann ich im Beitrag hinzufügen. Bitte auch dazuschreiben, ob du ein Copyright und wenn ja welches auf dem Foto haben willst.

      Sonnige Grüße
      Petra

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