Santa Clara – Wiege der Kubanischen Revolution – Che Guevara: Mythos & Nationalheld

Propaganda am Platz der Revolution Santa Clara Kuba

Santa Clara – eine authentische kubanische Stadt im Schatten der Kubanischen Revolution, versteckt hinter dem Mythos des „Freiheitskämpfers“ Che Guevara

Jeder Tourist, der Santa Clara besucht, kommt vor allem um dem Mythos Che zu begegnen, das Monument und das Grabmal von Ernesto „Che“ Guevara zu sehen und ein Hauch der Kubanischen Revolution einzusaugen. Viele Touristen werden mit Bussen vor die Tore Santa Clara’s gefahren, machen Fotos vom Monument, besuchen das Museum und evtl. Mausoleum und sind dann auch schon wieder weg.

Hauptplatz in Santa Clara KubaSchade – denn Santa Clara hat tatsächlich weit mehr zu bieten. Es ist eine freundliche, eher schüchterne Stadt mit einem schönen Hauptplatz umrahmt mit den schönsten Gebäuden der Stadt, von der mehr oder weniger enge Seitenstraßen hinaus zu den Außenbezirken führen.

Rund um den Hauptplatz – den Parque Leonicio Videl – findet alles Leben statt. Wer sich ausruhen will, findet Platz auf den vielen Bänken rund um den Platz. Überall sind irgendwelche Musiker, die mit ihren besten Rhythmen die Hüften zum Kreisen bringen. Da tanzt auch der Straßenreiniger mit dem Besen in der einen Hand und der Zigarre in der anderen Hand mit. Eben Kuba  :-D  Erst kommt der Spaß, dann geht es irgendwann weiter mit der Arbeit.

Die Kubaner sind gelassen. Sie sind es gewohnt anzustehen, wenn sie etwas benötigen und dann kann es immer noch sein, dass wenn der Wartende endlich an der Reihe ist, es nichts mehr zum kaufen gibt. Alltag in Kuba.

Oldtimer Santa Clara Kuba

Das Zentrum dieser schönen Stadt ist der Parque Leonicio Videl wie immer eingerahmt mit den herrlichsten Gebäuden im Kolonialstil. Von einer Bar auf dem Dach eines Hauses lässt sich das bunte Treiben wunderbar beobachten. Hauptplatz Santa Clara Kuba

Gleich hinter dem Hauptplatz befindet sich ein Supermarkt. Wir wollen uns etwas zu trinken kaufen. Es ist ein Supermarkt, der ausschließlich Importwaren anbietet und selbst die Kubaner können hier nur mit „CUC“ – der Touristenwährung „Peso Cubano Convertible“ – bezahlen. Irgendwie seltsam Kuba’s Welt von „guten Geld“, das der Tourist für seine Auslandswährung getauscht bekommt und dem einheimischen Peso, mit dem zwar regionale Produkte gekauft werden können – sofern sie verfügbar sind – aber eben sonst nichts.

Ein lustiges buntes Restaurant in Santa Clara. Wir haben übrigens in ganz tollen Restaurants und sehr lecker in Santa Clara gegessen – immer mit einem super freundlichen Service!

Restaurant in Santa Clara Kuba

Für Kuba typisch: bunt und schön hergerichteter Hauptplatz und mehr oder weniger morbider Charme je weiter sich der Besucher vom Zentrum entfernt. So zumindest habe ich Kuba erlebt  :-D

Was nicht heißen soll, dass die Randbezirke nicht besucht werden können, es verändert sich einfach die Atmosphäre und meist auch ein bisschen die Leichtigkeit. Vermutlich weil das Leben außerhalb herausfordernder und die Menschen ärmer sind.

Eine tierische Haltestelle -ganz oft werden hier immer noch die Pferdekutschen statt Taxis genutzt:

Pferdegespann in Santa Clara Kuba

Santa Clara liegt am Fuße des Escambray Gebirges und  ist von fruchtbaren Tälern mit üppiger Vegetation umgeben. Schon früh wurde in der Region Tabak angebaut und intensiv Viehzucht betrieben. Auch heute noch ist Santa Clara das Landwirtschaftszentrum Kubas.

Landwirtschaftszentrum Santa Clara Kuba

 

Die Wiege der Kubanischen Revolution & das Monument des „Commandante“ – Che Guevara, der Volksheld Kuba’s

Die Truppen der Rebellenarmee der Bewegung des 26. Juli unter Fidel Castro und unter dem von Kommando Che Guevara konnten im Dezember 1958 am Stadtrand von Santa Clara einen Zug mit Waffen entgleisen lassen, die für den Diktator Batista bestimmt waren. Mit diesen Waffen gelang es Che Guevara die strategisch wichtige Stadt Santa Clara nach einem zweitägigen Schlagabtausch einzunehmen. Dies galt als die größte militärische Leistung Che Guevaras.

Von hier aus marschierte die Guerillatruppe nach Havanna. Am 1. Januar 1959 flüchtet der Diktator Batista aus Kuba. Die Ära Fidel Castros und Che Guevaras begann. Che wurde von Fidel Castro in Ämter wie Industrieminister und als Leiter der kubanischen Zentralbank eingesetzt. Garantiert ein Beispiel dafür wie es nicht funktioniert.

Che Guevara Mausoleum Santa Clara Kuba

Che Guevaras wurde 1967 in Bolivien von dem damaligen Militärregime getötet. Lange waren seine Gebeine verschollen. 1997 wurden sein sterblichen Überreste nach Kuba überführt und am Ort seines größten Triumphes in einem eigens geschaffenen Mausoleum beigesetzt.

Auf dem Marmorrelief sind Szenen aus dem Leben Che Guevaras abgebildet und das angeschlossene Museum zeigt eine Ausstellung über das Wirken des kubanischen Nationalhelden. Auf dem Platz wurde anlässlich des 20. Todestages von Che Guevara eine riesige überdimensionale Bronzestatue des Revolutionärs errichtet. „Hasta La Victoria Siempre – deutsch: Bis zum immer währenden Sieg“ lautet die Inschrift auf dem Monument.

Platz der Revolution in Santa Clara KubaVor dem Mausoleum befindet sich die „Plaza de la Revolución“ mit verziert Propaganda-Schautafeln.

 

Persönliche Randbemerkung zum Helden & Märtyrer Che Guevara:

Ich war immer ein Fan von Che Guevara. Wer nicht? Ich habe diesen Mythos und Märtyrerstatus einfach so für mich als wahr übernommen. Der freundlich, gewinnende, sympathisch aussehende Argentinier war ein marxistischer Revolutionär, Guerillaführer, Arzt, Autor und Medienikone.

Propaganda Che in Santa Clara Kuba

Zu rührend sind die Filme, die Bücher und der Gedanke mit Revolution und Gewalt einem Land Frieden und Freiheit zu bringen. Obwohl Che der Nationalheld Kubas ist, nahezu an jedem 3. Haus, Garage oder Gebäude verehrt wird, gibt es in Kuba auch ganz andere Stimmen und Bewertungen der Heldentaten des Che – natürlich nur hinter vorgehaltener Hand.

Propaganda Che nahe Santa Clara Kuba

Mein Bild von Che hat sich „leider“ inzwischen völlig verändert. Für mich ist er heute – vor allem in seiner 2. Lebenshälfte – nur noch ein Kriegssüchtiger, ein Freak, der seinen eigenen Frieden nie finden konnte. Einer der nach jeder Schlacht davongelaufen ist, um den nächsten Kriegsherd zu finden. Nur noch die Schlacht zählt und der Krieg war das Ziel, nicht mehr Frieden und Freiheit.

Ich persönlich habe in Kuba diesen Helden aus meiner „Rebellen-Zeit“ verloren und sehe in ihm heute – freundlich ausgedrückt – nur noch das bemitleidenswerte Opfer seiner selbst und seiner immer währenden Kriegssucht. Schade! – und das ist natürlich nur mein ureigenes Gefühl.

 

Mein Tipp:

Die kleine, authentische kubanische Universitätsstadt Santa Clara ist auf alle  Fälle ein Besuch wert, nicht nur das Monument! Die schmalen Gassen, die freundlichen Menschen, vor allem auch die guten oft liebevoll eingerichteten Restaurants. Zu Fuß vom Zentrum zur Plaza de la Revolución sind ca. 2 – 3 km und führen von dem bunten, lebensfrohen Zentrum an den Rand der Stadt. Ein eindrucksvoller Atmosphärenwechsel – ganz Kuba!

Santa Clara liegt ca. 280 km südwestlich von Havanna und 120 km nördlich von Trinidad. Die Stadt kann leicht mit Taxis oder auch mit Touristenbusen erreicht werden.

 

Wie hast du Kuba und seine allgegenwärtige, drohende Propaganda erlebt? 

 

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