Venedig – Ist die ganze Stadt auf Pfählen gebaut?

Bridges and Canals in Venice Italy

Venedig hat viele Gesichter & viele Namen: Stadt der Masken , Stadt der Brücken, Schwimmende Stadt, Stadt der Kanäle, Stadt auf Pfählen & gilt als die romantischste Stadt Europas!

Venedig (ital: Venezia) ist im Wasser zu Hause. Inmitten einer Lagune eines flachen Binnenmeeres wurde die Stadt bzw. die Provinz auf mehr als 100 Inseln erbaut. Diese Inseln sind durch über 400 Brücken miteinander verbunden.

Mehr als 150 Kanäle dienen als Straßen – der gesamte Verkehr findet auf dem Wasser statt. Zwar gibt es auch Straßen in Venedig, genau genommen über 3000 Gassen und Gässchen, doch diese können nur zu Fuß benutzt werden. Autos, Motorroller und Fahrräder sind in der italienischen Lagunenstadt verboten.

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Venedig ist eine einzigartige Stadt mit einer einzigartigen Geschichte: mit prachtvollen historischen Bauten, zahlreichen Kunstschätzen und einem ganz eigenen romantischen Charme – wie ein Gemälde, in dem man spazieren gehen kann. Die Stadt mit ihrem historischen Zentrum von ca. 7 km² und der Lagune von Venedig zählt seit 1987 zum Unesco Weltkulturerbe.

Früher waren Gondeln das traditionelle Fortbewegungsmittel in Venedig. Heute lassen sich damit hauptsächlich Touristen fahren. Die Einheimischen dagegen nutzen überwiegend Motorboote.

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Es ist recht schwierig einen Erkundungsplan in Venedig einzuhalten. Immer wieder tauchen neue Brücken, Plätze, Kanäle auf, die die Neugier ergreifen und schon bald befindet sich der Besucher in einer ganz anderen Ecke als geplant. Und dies ist auch das Schöne an Venedig! Eine Stadt, die für den Besucher wie ein Labyrinth aufgebaut ist und hinter jeder Ecke einen neuen herrlichen Anblick bietet.

Einfach treiben lassen. In den kleinen Läden nach Souvenirs stöbern. Sich von dem bekannten Murano Glas begeistern und befunkeln lassen. Dazwischen immer mal wieder anhalten, die herrliche Atmosphäre und die schönen Häuser wirken lassen. Oder eine kleine Pause in einem der vielen Cafes oder Restaurants.

Bridges and Canals in Venice Italy

Venedig ist längst viel zu teuer für die Venezianer geworden. Statt eines Supermarktes gibt es nur die touristisch sehr hochpreisigen kleinen Läden und Restaurants. Mieten betragen das 3-4 fache vom Festland. Die Gebäude sind renovierungsbedürftig. Gerade die jungen Venezianer treiben die hohen Kosten in Venedig auf Festland. So liegt der Altersdurchschnitt der Venezianer anscheinend bei 46 Jahren!

 

Steht Venedig wirklich ausschließlich auf Pfählen?

Lange glaubte man, Venedig stehe auf einem Wald von Baumstämmen. Das stimmt allerdings nur zum Teil: Die Stadt steht großteils auf dem sandigen, matschigen Boden der zahlreichen Inseln.

In dem dichten Schlick reichte eine einfache Ziegelsteinmauer, die ca. 80 cm im Boden sitzt, als Fundament. Das typische venezianische Gebäude wird von vier parallelen Mauern getragen, die senkrecht zum Kanal stehen. Auf allen Etagen wurden die separaten Mauern durch Holzbalken miteinander verklammert – fertig war das tragende Gerippe.

Bridges-and-canals-in-Venice-ItalyNur die kanalseitigen Fassaden ruhen tatsächlich auf Baumstämmen.

Um zu verhindern, dass die Mauern an den Ufern abrutschten, rammte man drei Meter lange, aber nur 14 cm dicke Pfähle aus Eiche, seltener aus Erle oder der weichen Pappel mit jeweils einem halben Meter Abstand in den Boden. Die Zwischenräume wurden dann mit Lehm und Schlick gefüllt und bildeten so ein solides Fundament.

Es wird geschätzt, dass für den Bau der Santa Maria della Salute ca. 1.160.000 Pfähle in den Boden gerammt wurden, für die Rialto Brücke immerhin ca. 12.000 Pfähle.

Bridges and Canals in Venice ItalySo entstand ein kompakter Holz-Schlamm-Block, der im Wasser eine Auftriebstendenz bekam – denn Holz schwimmt ja bekanntlich.

Auf die Stamm-Enden wurden Lärchenbohlen genagelt. Entscheidend ist, dass dieser Teil der Konstruktion immer komplett unter Wasser liegen musste. Ohne Kontakt mit der Luft ist Holz praktisch unbegrenzt haltbar. Selbst Mikroorganismen und Industrieabfälle im Wasser greifen die Stützen nicht an.

Auf den Lärchenbrettern wurde ein ca. 1,5  m hohes Fundament gemauert. Es bestand entweder aus Ziegeln oder aus dem teureren Kalkstein aus Istrien. Für alle Gebäude gleich ist aber ein 30 cm  hoher Sockel aus Quadern des weißen istrischen Steins, der extrem wasserdicht ist.

Diese horizontale Sperre, deren Bereich genau zwischen tiefster und höchster Wasserlinie lag, schützt die darauf gebaute Prunkfassade vor aufsteigendem Wasser, das sonst in die Gemäuer ziehen würde.

Venice waterfront near Piazza San MarcoDie Stämme sind im Laufe derJahrhunderte eisenhart geworden. Bis heute besteht kein Anlass, die Pfähle auszutauschen.

Die Gebäude selbst sind zum großen Teil Konstruktionen aus Holz, Kalkstein und Ziegelsteinen aus Ton.

Eine weitere venezianische Besonderheit: Die Vorderwand ist nicht starr mit dem Gebäude verbunden, sondern mit plastisch verformbaren Ankern an die tragenden Wände geklammert. Diese besondere Bauweise ist so stabil, dass sie Jahrhunderte überdauert hat.

Bridges and Canals in Venice Italy

Da die Wände nicht starr verbunden sind, können selbst die Erdbeben der Region dieser Bauweise nichts anhaben.

 

Warum ist Venedig dann dem Untergang geweiht?

Vertiefungen von Schiffsfahrrinnen außerhalb der direkten Lagune führen heute dazu, dass die Flut schneller einfließt und sich höher auftürmt. Daher liegen Hoch- und Niedrigwasser heute 90 Zentimeter auseinander.

Die Sperre aus Kalksteinblöcken im ursprünglich kritischen Bereich ist vielfach nutzlos geworden. Auch die von ihnen lange Zeit geschützten Fassaden ziehen heute Wasser und viele Erdgeschosse sind heute nicht mehr nutzbar.

Die Instandhaltung ist kaum zu bezahlen. Mehr und mehr Einheimische verlassen die Venedig, weil die Gebäude marode sind. Wird diese zauberschöne, historisch bedeutende Stadt zu retten sein?

 

Venedig „Stadt auf Pfählen“ oder „Schwimmende Stadt“ – welchen Namen trägt diese be- und verzaubernden Lagunenstadt für dich? Weitere interessante Beiträge zu Venedig findest du unten bei „Weiterlesen & Inspirieren lassen“.

 

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One Comment on “Venedig – Ist die ganze Stadt auf Pfählen gebaut?

  1. #6 interesant wie damals gebaut wurde, über die Pfäle liest man ja öfter, aber das mit der Vorderwand höre ich zum ersten Mal, für mich geht es nächstes Jahr das erste Mal nach Venedig, dann kann ich mir das Ganze selbst mal anschauen
    liebe Grüße

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